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Das jüngste Team des deutschen Profifußballs will gegen Sandhausen zeigen, dass es mehr drauf hat.
Das jüngste Team des deutschen Profifußballs will gegen Sandhausen zeigen, dass es mehr drauf hat.(Foto: imago/Oliver Ruhnke)
Sonntag, 12. August 2018

Absteiger gegen Sandhausen: HSV muss in der Zweitliga-Provinz punkten

Nach dem Fehlstart in die zweite Fußball-Bundesliga muss der HSV gegen den SV Sandhausen unbedingt punkten. An die Reise in die Provinz müssen sich beim Absteiger viele noch gewöhnen. Doch die junge Mannschaft will den Negativ-Eindruck abschütteln.

Bisher hat der Hamburger SV die zweite Bundesliga nur als Bundesliga light empfunden, jetzt aber kommt der Absteiger richtig an im deutschen Fußball-Unterhaus. Sandhausen heißt das Ziel zu ungewohnter Mittagszeit (ab 13.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Mit 14.500 Einwohnern ist das Städtchen in der kurpfälzischen Provinz der kleinste Spielort der zweiten Liga. Immerhin: Alle Einwohner würden komplett ins Stadion am Hardtwald mit seinen 15.414 Plätze passen. Alle kommen aber nicht. Deshalb darf der HSV mehr Fans mitbringen: 3300 statt nur die Hälfte. Da Gegner und auswärtige Fans Schwierigkeiten haben, das beschauliche Örtchen im Rhein-Neckar-Kreis zu finden, leistet der SV Sandhausen Orientierungshilfe. Der Verein ließ am Hamburger Hauptbahnhof Plakate aufhängen, auf denen der Weg per Zug mit allen Umsteige-Bahnhöfen beschrieben ist. HSV-Trainer Christian Titz schmunzelt: "Ziemlich gut." 

"Ich habe in der Jugend für Sandhausen gespielt": Christian Titz.
"Ich habe in der Jugend für Sandhausen gespielt": Christian Titz.(Foto: imago/Michael Schwarz)

Allerdings kann der 47-Jährige selbst als Reiseführer dienen: "Ich bin darin Experte. Ich habe in der Jugend für Sandhausen gespielt. Allen, die den Weg nicht finden, kann ich es erklären." Der schwere Gang nach der 0:3-Auftaktpleite gegen Holstein Kiel eine Woche zuvor wird für Titz durch Heimatgefühle gelindert. Der Coach ist 20 Kilometer entfernt in der Gemeinde Edingen-Neckarhausen aufgewachsen. "Auf das Spiel freue ich mich sehr, denn da geht es zurück in meine alte Heimat." Sechs Tickets hat er gekauft. Seine Eltern kommen und auch Freunde. Ihnen wie auch den Kritikern will Titz zeigen, dass in der jüngsten Mannschaft des deutschen Profi-Fußballs wesentlich mehr steckt als beim Saisonstart zu sehen war.

Zwar steht dem Fußballlehrer der spielintelligente Kapitän Aaron Hunt wegen Verletzung erneut nicht zur Verfügung, dafür hat Titz einen Neuen im Mittelfeld: den 20 Jahre alten Belgier Orel Mangala vom VfB Stuttgart. Nach "etwas Wuchtigem" habe der Verein schon lange Ausschau gehalten. "Wir haben mit Stuttgart in der Vorbereitung da gespielt. Sandhausen hat eine gute Mannschaft, die schwer zu bespielen ist. Sie ist gut im Pressing und bei Kontern", warnt Mangala. Zweiter Neuer ist der Schweizer Leo Lacroix vom französischen Erstligisten AS Saint-Etienne. "Ich mag mich nicht festlegen, ob er spielt", sagte Titz. Lacroix und Rick van Drongelen könnten das neue Duo in der Innenverteidigung bilden.

Jeden Zweifel abstellen

Der HSV muss verhindern, dass nach der Startpleite Zweifel und Verunsicherung um sich greifen. Damit kann das junge Team noch nicht umgehen. Für Titz ist klar: "Fußball ist ein Psychospiel." Erst Tore, dann Sicherheit, dann Selbstvertrauen - lautet die Devise. Klappt das nicht, tritt das ein, was Ex-Nationalspieler Andreas Brehme schon vor 22 Jahren wusste: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!"

In Sandhausen lässt man sich von den Bedenken der Norddeutschen nicht den Feiertag vermiesen. "Das ist ein absolutes Highlight für den SVS", bekennt Geschäftsführer Otmar Schork. Der HSV sei "ein Stück weit" der attraktivste Zweitligagegner, den der "Dorfverein" (Schork) je hatte. Nette Sprüche gibt es sicherlich, wenn die Mannschaften in die Kabine gehen - und dabei an den Fans vorbei müssen. Titz sieht in dem Rivalen in jedem Fall "keine graue Maus". Er lobt die starke Defensive, die hohe Variabilität sowie Gegenpressing und Körperlichkeit der Rheinpfälzer. "Wir wissen genau, was uns erwartet."

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Quelle: n-tv.de