Fußball

"Bin gerne für Günter gelaufen" Hacki Wimmer - Netzers legendärer Adjutant

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Hacki Wimmer lief nicht nur "gerne für Günther Netzer", er war auch selbst ein großartiger Techniker.

(Foto: imago images/Ferdi Hartung)

Wenn Günter Netzer auf dem Fußballplatz glänzte, dann hatte Hacki Wimmer seine Arbeit bestens erledigt. Der selbst technisch versierte Mittelfeldspieler hält dem Superstar jahrelang den Rücken frei und gewinnt so selbst viele Titel mit Borussia Mönchengladbach. Nun feiert er seinen 75. Geburtstag.

Seine Rolle als Wasserträger von Günter Netzer empfand Herbert Wimmer nie als abwertend. "Ich bin nun einmal immer meinem Naturell entsprechend viel und gerne gelaufen, erst recht für Günter Netzer", erzählt der ehemalige Fußballer von Borussia Mönchengladbach, den alle nur Hacki nennen. Sieben Jahre gewährte Wimmer dem Topstar an seiner Seite den nötigen Rückhalt - und feierte so selbst viele Erfolge.

Der technisch versierte Mittelfeldspieler, der an diesem Samstag 75 Jahre alt wird, gehörte zur legendären Fohlen-Elf und war bei allen fünf Meisterschaften der Elf vom Niederrhein zwischen 1970 und 1977 ein fester Bestandteil. Herbert Laumen, Jupp Heynckes, Netzer und Berti Vogts, später allesamt Spieler von internationalem Ruf, hatten schon 1965 bei den parallel mit dem FC Bayern in die Bundesliga aufgestiegenen Gladbachern geglänzt.

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Auch beim Feiern war Wimmer immer eng an Netzers Seite.

(Foto: dpa)

Ein Jahr später kam Wimmer dazu. Sein Gespür für Talente hatte Trainer Hennes Weisweiler auch beim Besuch eines Verbandsligaspiels in Brand bei Aachen nicht im Stich gelassen. Er kam, sah Wimmer und bestellte ihn ftags drauf zum Probetraining. "Da habe ich mich voll reingehängt und den Trainer auf Anhieb überzeugt. Wenig später habe ich meinen ersten Vertrag unterschrieben. 1200 Deutsche Mark gab es damals pro Monat", berichtet Wimmer. "Was wollte ich mehr? Bundesliga, Borussia Mönchengladbach: Ich war 21 und einfach nur glücklich." Weil er in seiner unwiderstehlichen Art auf dem Platz ständig die Richtung wechselte, also Haken schlug, verpasste ihm Torwart Manfred Orzessek den Spitznamen Hacki.

Borussia heute? "Power und Spielwitz"

Wimmer hinterließ nachhaltig Spuren, ohne selbst je groß Aufhebens davon gemacht zu haben. "Hacki war auf dem Rasen einzigartig, und als Mensch jemand, der sich immer bescheiden zurückgehalten hat", sagte sein ehemaliger Mitspieler Rainer Bonhof, heute Vizepräsident des Bundesliga-Spitzenreiters. Die Erfolge stehen absolut für sich: fünfmal Meister, je einmal Pokalsieger und Uefa-Cup-Gewinner mit der Borussia, der er Zeit seines Profilebens treu blieb. Mit Deutschland holte der torgefährliche Offensivspieler 1974 den Weltmeistertitel und zwei Jahre zuvor die Europameisterschaft, als sich die internationale Presse nach dem Finalerfolg gegen die Sowjetunion in Brüssel (3:0) mit Lobeshymnen überschlug. "Wir haben damals wunderbaren Fußball gespielt", befand Wimmer. Auch im EM-Endspiel war es "Adjutant" Wimmer, der seinem Kommandeur Netzer den Rücken frei hielt, damit dieser aus der Tiefe des Raumes seine Ideen entfalten konnte.

Der Sohn eines Tabakwaren-Großhändlers spielte zwölf Jahre für Mönchengladbach. In 366 Bundesligaeinsätzen erzielte er 51 Tore, in 57 Europapokalspielen immerhin sechs. Nach dem Ende seiner Karriere übernahm er das Geschäft seines Vaters. Seinem laufintensiven Spiel hat er allerdings auch Tribut zollen müssen. Fünf Hüftoperationen musste Wimmer über sich ergehen lassen. Was seiner Lebensfreude keinen Abbruch getan hat und erst recht nicht daran hindert, regelmäßig die Heimspiele der Borussia zu besuchen.

Das macht ihm momentan große Freude. "Was ich sehe, erinnert mich an früher. Spaß, Leidenschaft, Power und Spielwitz, und sie haben einen Klasse-Trainer. Ich bin sicher, die Borussen werden in der Bundesliga weiter oben mitmischen." Seinen Geburtstag feiert Wimmer, der seit 2014 Witwer ist, mit seiner Tochter Claudia, seinem Sohn Carsten und den drei Enkeln. "Das sind allesamt Jungs und halten mich ganz schön auf Trab."

Quelle: n-tv.de, Jochen Schmitz, dpa