Uli Hoeneß sieht das Imperium von FIFA-Präsident Gianni Infantino allmählich bröckeln: "Herr Infantino hat in seinem Leben im Fußball einige Fehler gemacht, aber das war einer seiner größten", sagte er im Interview mit ntv/RTL und Sky und spielte damit auf den Rote-Karten-Skandal während der Fußball-Weltmeisterschaft an. "Wenn man einen Mann wie Donald Trump entscheiden oder beeinflussen lässt, ob ein Spieler gesperrt wird oder nicht, ist das der Anfang vom Ende, vom Wettbewerb. Und wenn wir so etwas akzeptieren, dann ist es nicht mehr mein Sport. Das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen", so Hoeneß über die zurückgenommene Sperre gegen den US-Nationalspieler Folarin Balogun nach dessen Platzverweis im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0).
Und von Infantinos Pläne, Anteile an der WM zu verkaufen, hält Hoeneß schon mal gar nichts: "Ich habe nicht für möglich gehalten, dass man auf so eine Idee kommen kann. Auch die ganze Entwicklung, die von Infantino nach vorne getrieben wird: Jetzt waren es 48 Mannschaften, demnächst werden es 64 sein." Dabei stört ihn besonders die Belastung, die dies für die Vereine nach sich ziehen würde: "Wir haben unsere Spieler jetzt schon sechs Wochen zur Verfügung gestellt und dann wird das vielleicht noch länger. Das ist unglaublich. Ich bin wirklich für die kleinen Verbände, aber eine Weltmeisterschaft muss eine Eliteveranstaltung sein. Sonst gibt es noch mehr Fernsehsender, die Geld bezahlen, aber eines bleibt dabei auf der Strecke: der Fußball."

Hoeneß wusste um Musiala - und war trotzdem geschockt
Was die Zukunft von Infantino als Präsident der FIFA betrifft, hat Hoeneß derweil einen Rat an den Schweizer: "Ich kann ihm nur raten, auf die UEFA zuzugehen und eine Lösung zu finden. Bei dem, was ich so höre, wird es sonst sehr eng für ihn im Frühjahr, wenn er überhaupt zur Wahl antreten kann."

