Fußball

Fußball-Ikone Lippens wird 70 "Ich danke Sie" - als die Ente flog ...

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So liebten ihn seine Fans: Am Ball war Willi "Ente" Lippens eine echte Rakete.

(Foto: imago/Horstmüller)

Als Willi kennen ihn den wenigsten. Doch unter seinen Spitznamen "Ente" ist Willi Lippens zur Legende geworden. Der Stürmer mit dem Watschelgang ist aber nicht nur für seine fußballerische Extraklasse bekannt. Auch verbal war die Ruhrpott-Ikone ein ganz Großer.

Seine Sprüche waren so legendär wie sein eigenwilliger Laufstil, der an den Watschelgang einer Ente erinnerte. Willi Lippens, der einstige Stürmer und Fummel-König mit den markanten O-Beinen war und ist noch immer für einen Spaß gut. Der einstige Bundesliga-Profi von Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund feiert heute seinen 70. Geburtstag - natürlich in kleinem Kreis, mit der Familie und engsten Freunden.

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Herzlichen Glückwunsch: Willi Lippens feiert heute seinen 70. Geburtstag.

(Foto: imago/Schwörer Pressefoto)

Die "Ente" auf dem Flügel wurde schon in frühesten Profijahren zum Schrecken der Verteidiger. Das Repertoire des brillanten Technikers an Finten schien unerschöpflich, die Fans begeisterte er mit einer Mischung aus Show, Humor und Zauber. Lippens war einer der charismatischsten Fußballer der Bundesliga-Geschichte. Denn der gebürtige Niederländer, zugleich nie um einen Spruch verlegen, stoppte den Ball auch mal mit dem Allerwertesten und war ein Goalgetter der Extraklasse.

Ein lustiger Restaurant-Name

Für seine große Liebe Rot-Weiss Essen ging Lippens von 1965 bis 1976 und 1979 bis 1981 auf Torejagd, von 1976 bis 1978 spielte er für Borussia Dortmund und erzielte für beide Klubs in 242 Bundesligaspielen insgesamt 92 Tore, für RWE stand er in seiner Karriere 449-mal auf dem Platz und markierte 237 Treffer. Nach einem einjährigen Gastspiel bei den Dallas Tornado in den USA hängte der Vollblutstürmer 1980 seine Fußballschuhe an den berühmten Nagel.

Die "leicht verdienten Dollar" hat er damals in seinen gastronomischen Bauernhof, nur ein paar Kilometer vom Georg-Melches-Stadion in Essen gelegen, investiert. Noch heute lebt "Ente" Lippens dort. Das Restaurant, was der Spaßvogel in Bottrop auf der Gungstraße betreibt, heißt: "Ich danke Sie". So lautet auch der Titel des Buches über Willi Lippens, das der frühere WDR-Sportchef Dietmar Schott schrieb.

Da bist du einmal freundlich...

Der Bezeichnung seines Restaurants ging eine Anekdote über Lippens voraus. Im Spiel Westfalia Herne gegen Rot-Weiss Essen brachte ihm ein Dialog mit dem Schiedsrichter im typischen Kohlenpott-Slang 1965 einen Platzverweis ein. Lippens: "Ich war mehrfach gefoult worden. Dann bin ich neben meinem Gegenspieler hergelaufen und wollte ihm einen verpassen." Der Referee sah das, kam angelaufen und sagte zu Lippens: "Ich verwarne Ihnen." Lippens erwiderte: "Ich danke Sie", und die "Ente" flog vom Platz.

Lippens bestritt 1971 (6:0 gegen Luxemburg) ein Länderspiel für Holland und erzielte ein Tor. Zuvor hatte der deutsche Bundestrainer Helmut Schön den in Kleve geborenen Linksaußen mehrmals angerufen, ob er nicht Deutscher werden wollte. Aber sein Vater war dagegen. Er hatte die Nazis im Zweiten Weltkrieg nicht vergessen. "Lippens war Extraklasse, er hätte bei uns als Linksaußen einen Platz sicher gehabt", sagte einst Uwe Seeler.

Lippens' großes Idol war "Boss" Helmut Rahn. "Er war einfach fantastisch, seine schnellen Bewegungen und seinen Mordsschuss mit rechts und links, er war ein Urviech. So einen gibt es heute nicht mehr." Lippens würde gerne noch mal spielen. Er empfindet die Entwicklung des Fußballs hervorragend, vor allem die neuen Stadien: "Dafür würde ich heute noch einmal in vollem Saft gerne spielen und die Atmosphäre genießen. Dafür würde ich 20.000 Euro hinlegen ..."

Quelle: ntv.de, Joachim Neusser, sid

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