WM-Playoffs stark gefährdetIrakischer Nationaltrainer fleht FIFA an: "Helfen Sie uns"

Luftraumsperrungen und fehlende Visa erschweren dem irakischen Team die Teilnahme an der WM-Qualifikation. Der Verband hat offiziell eine Verschiebung beantragt. Der australische Nationaltrainer der Iraker bittet die FIFA um Hilfe und hat eine Idee.
Aufgrund des Krieges im Nahen Osten hat der irakische Verband offenbar eine Verlegung seiner Playoff-Partie zur Fußball-WM beantragt. Dies berichtet der britische "Guardian". Hintergrund des Antrags soll eine Information des irakischen Verkehrsministeriums sein, wonach der Luftraum über dem Irak für die Dauer des Krieges gesperrt bleiben werde. Am 31. März soll das irakische Nationalteam in Monterrey/Mexiko auf Bolivien oder Suriname treffen. Der Irak hofft auf die erste WM-Teilnahme seit 1986.
Über die Hälfte des Nationalteams befindet sich in der Hauptstadt Bagdad, auch Trainer Graham Arnold kann die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aufgrund von Luftraumsperrungen derzeit nicht verlassen. Der australische Trainer des Iraks sagte der Nachrichtenagentur AAP er habe nur eine simple Bitte an die FIFA. "Helfen Sie uns. Wir haben große Probleme, die Spieler aus dem Irak zu bekommen."
FIFA: Spieler könnten mit dem Auto in die Türkei reisen
Laut "Guardian" hatte der Weltverband FIFA dem irakischen Verband zunächst den Vorschlag unterbreitet, dass die Mannschaft eine rund 25-stündige Autofahrt in die Türkei unternehmen und von dort nach Mexiko fliegen sollte. Der Australier Arnold soll dem irakischen Verband aber mitgeteilt haben, dass er seinen Spielern während des Krieges keine Reise auf dem Landweg gestatten werde.
Zudem seien mehrere Botschaften geschlossen, was mehrere Spieler sowie Mitglieder des Betreuerstabs daran hindere, Einreisevisa für Mexiko zu erhalten, teilte der irakische Verband bereits zu Wochenbeginn mit. Das mexikanische Außenministerium erklärte zuletzt, die Schwierigkeiten hingen auch damit zusammen, dass Mexiko keine Botschaft im Irak unterhalte. Die mexikanische Vertretung in den Vereinigten Arabischen Emirate stehe jedoch in Kontakt mit dem irakischen Verband. Visa könnten auch in europäischen Ländern ausgestellt werden. Die nötigen Namen seien angefordert worden, um das Verfahren zu beschleunigen.
Was Nationaltrainer Arnold vorschlägt
"Die FIFA und der Asiatische Fußballverband (AFC) sind über jede Entwicklung in Bezug auf die Situation unserer Mannschaft vollständig informiert", hieß es am Dienstag. Wie ESPN berichtete, habe der Irak bereits ein Trainingslager in Houston absagen müssen.
Beim interkontinentalen Playoff-Turnier werden noch zwei Tickets für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada vergeben (11. Juni bis 19. Juli). Für Arnold muss das Turnier nicht komplett ausgespielt werden. "Wenn die FIFA unser Spiel verlegt, haben wir mehr Zeit, uns vernünftig vorzubereiten. Das Spiel zwischen Bolivien und Suriname könnte ausgetragen werden und wir spielen dann eine Woche vor der WM in den USA gegen den Sieger. Wer gewinnt, bleibt. Der Verlierer fliegt nach Hause."
Diese Idee, so Arnold, würde der FIFA zudem neue Zeit kaufen, um auf die weiteren Entwicklungen im Iran zu reagieren. "Falls Iran sich zurückzieht, können wir zur WM und die VAE, die wir in den asiatischen Play-offs besiegt haben, können sich vernünftig auf entweder Bolivien oder Suriname vorbereiten", erklärte der Trainer.