Fußball

"Auf diesem Niveau nicht"Kahn kritisiert "anfälligen" FC Bayern und Kompany

08.05.2026, 08:10 Uhr
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Der FC Bayern kassierte gegen PSG insgesamt sechs Tore - zu viele, kritisiert Klub-Legende Oliver Kahn.

Der FC Bayern erweist sich in dieser Saison als Mentalitätsmonster, kommt nach Rückschlägen immer wieder zurück. Klub-Legende Oliver Kahn sieht darin aber auch ein Problem - und einen Grund für das Champions-League-Aus gegen PSG.

Oliver Kahn sieht die vielen Gegentore des FC Bayern in den vergangenen Spielen als Grund für das Halbfinal-Ausscheiden der Münchner in der Champions League gegen Paris Saint-Germain. Nach Rückständen immer wieder zurückzukommen, koste Kraft, sagte Kahn bei Sky. "Spieler machen sich Gedanken, auch wenn du ein Spiel 4:3 gewinnst, nachdem du 0:3 zurückgelegen hast. Was funktioniert im Moment nicht? Und wenn du dann mit dem Gefühl ins Rückspiel gehst, dass man aktuell etwas anfällig ist, dann passiert genau das, was gestern gegen Paris passiert ist. Da dauert es keine zwei bis drei Minuten – und schon fällt ein Gegentor", führte der langjährige Torwart der Münchner aus.

Der FC Bayern hatte zuletzt immer wieder Comeback-Qualitäten bewiesen. In der Bundesliga drehte die Mannschaft von Vincent Kompany ein 0:3 in Mainz, gewann mit 4:3, gegen Heidenheim spielte der Rekordmeister nach 0:2 und 2:3 noch 3:3. Im Halbfinal-Hinspiel der Königsklasse lagen die Bayern im Prinzenpark bei PSG zwischenzeitlich schon mit 2:5 hinten, ehe sie auf 4:5 verkürzten und ihre Chance auf den Finaleinzug im Rückspiel intakt hielten.

FC Bayern ohne "Plan B oder sogar C"?

Das auf die Offensive ausgerichtete System von Trainer Kompany sei sehr anfällig, wenn es "nicht hundertprozentig funktioniert. [...] Und du kannst nicht immer vier Tore schießen, wenn du zwei oder drei kassierst. Das funktioniert auf diesem Niveau nicht", kritisierte Kahn auch den Belgier.

Dass die Bayern zuletzt dennoch immer wieder Spiele umgebogen haben, ist für den früheren Vorstandsboss der Münchner mit ein Grund für den Königsklassen-K.-o. gegen PSG. "Wahrscheinlich hat man sich ein Stück weit etwas vorgemacht. Wenn du viele Gegentore bekommst und trotzdem gewinnst, werden Probleme und Fehler überdeckt. Vielleicht hat sich die Mannschaft dadurch zu sehr in Sicherheit gewogen und gedacht: 'Es wird schon wieder funktionieren, wir schießen sowieso mindestens ein oder zwei Tore.'" Der FC Bayern müsse sich fragen, ob es nicht "Plan B oder sogar C" braucht, wenn die Marschroute "ständige Voll-Attacke" nicht aufgeht.

Quelle: ntv.de, mar

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