Für Ballon d'Or zu spät

Jude Bellingham bekommt sich wegen Harry Kane nicht mehr ein

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07.10.2026 | 11:14 Uhr
Mit seinem 125. Spiel im England-Trikot zieht Harry Kane mit Rekordspieler Peter Shilton gleich - und untermauert dabei eindrücklich, warum er einer der Besten des Landes ist. Für Mitspieler Jude Bellingham sogar der Beste.

"Er ist der beste englische Spieler, der jemals das Trikot getragen hat, und es ist eine Ehre, mit ihm zusammenzuspielen", sagte Jude Bellingham nach dem 3:0-Sieg der englischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Tschechien über Teamkollege Harry Kane. Der Bayern-Star hatte gerade sein 125. Länderspiel absolviert und damit den Rekord von Peter Shilton eingestellt. "Er ist nahezu unerreicht. Er schießt Tore am Fließband, geht tief in die Tiefe und räumt die Zweikämpfe ab. Er wird immer besser", so Bellingham weiter.

Kane hatte die Worte seines Mitspielers zuvor mit Taten untermauert. Zwei Tore (40./57.) erzielt - beim ersten hielt er den Fuß hinein, das zweite köpfte er. Dazu hatte er zuvor das Eigentor von Vladimir Coufal (27.) erzwungen, als der Hoffenheimer eine halbhohe Hereingabe von Kane ohne Gegnerdruck über die Linie drückte. Es waren seine Treffer 90 und 91 - Englands Rekordtorschütze ist er längst. Der Stürmer des FC Bayern hatte dem Nations-League-Spiel einmal mehr seinen Stempel aufgedrückt. Und doch dachte der 33-Jährige nicht nur an sich selbst, sondern lobte das gesamte Team: Es sei der "perfekte Abend" für die Mannschaft gewesen, so Kane.  "Man hat heute dort draußen fantastischen Fußball von England gesehen."

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Mitspieler schwärmen von "König" Harry Kane

Der Kapitän der Three Lions agierte so, wie man es von ihm kennt: ruhig, besonnen, ohne Ego, aber mit seiner ganzen Klasse. Als er in der 82. Minute ausgewechselt wurde, durfte er sich den Applaus der Fans abholen. "Unglaublich. Er verdient diese Bühne, er verdient dieses Lob", sagte Trainer Thomas Tuchel. "Er war erneut entscheidend für uns. An diesem ganz besonderen Tag für ihn, an dem er mit Peter Shilton gleichgezogen hat, befindet er sich damit auf einem ganz besonderen Niveau."

Es gehört aber auch zur englischen Nüchternheit, dass der "Guardian" aufgrund von Bellinghams Adelung feststellte: Kane ist ganz sicherlich super. Aber der beste englische Fußballer aller Zeiten bleibt Bobby Charlton. Weltmeister, Europameister, Ballon-d'Or-Gewinner. All das ist Kane (bislang) nicht.

"Drohung" eines Gentleman

Natürlich kam der Stürmer nicht davon, ohne etwas zu diesem Rekord zu sagen: "Im Laufe einer Karriere gibt es so viele Meilensteine. Das übertrifft selbst meine kühnsten Träume. Mit 125 Länderspielen gemeinsam an der Spitze zu stehen, ist ein enormes Privileg." In der nächsten Länderspielphase im November wird Kane an Shilton vorbeiziehen - und ein Ende seiner Karriere ist bislang nicht in Sicht. Im Gegenteil. Es scheint, als würde Kane immer besser. Reifen wie guter Käse oder Wein. "Ich habe gerade meine bisher beste Saison hinter mir und fühle mich momentan noch besser. Ich werde nicht aufhören. Ich werde weiter Gas geben und sehen, wohin mich das führt. Vielleicht sehen wir in etwa zehn Jahren, wo mein Potenzial liegt."

Es klingt fast wie eine Drohung an die Konkurrenz, doch Kane ist ja ein Gentleman. Einer, der weiß, wozu er fähig ist, genießt - und zwar nicht schweigt, aber doch keine großen Worte darüber verliert. Das übernehmen andere für ihn. Etwa Bellingham: Kane sei "ein unglaublicher Mensch - als Kapitän und als Person."

Und Kane ist noch längst nicht fertig. Beim FC Bayern hat er noch einmal die nächste Stufe erklommen. Seit Beginn der vergangenen Saison hat er für den Klub und die Nationalmannschaft 75 Spiele absolviert - und 85 Tore geschossen.

Kein Wunder, dass er für den Ballon d'Or nominiert ist - und ihn diesmal auch wirklich gewinnt? Nun, mit seinem Bayern-Kollegen Michael Olise und dessen Frankreich-Mitspieler Kylian Mbappé stehen mindestens zwei knackige Konkurrenten zur Wahl, die etwa Thomas Müller bevorzugen würde. Der England-Rekord hilft Kane übrigens nichts, das Ende der Abstimmung liegt bereits zehn Tage zurück. Es ist - im Geheimen - bereits entschieden, wer die Trophäe am 26. Oktober überreicht bekommen wird.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara