Rui Pinto, der Mann hinter der Enthüllungsplattform "Football Leaks", darf nun doch weiter ein besonderes Schutzprogramm in Anspruch nehmen. Das portugiesische Justizministerium habe seinen Beschluss, die Sicherheitsmaßnahmen am 10. Oktober zu beenden, aufgrund von Verfahrensfehlern aufgehoben, berichtete unter anderem die portugiesische Zeitung "A Bola".
Pinto, der mit seinen Enthüllungen maßgeblichen Anteil an der Aufdeckung des Finanzskandals beim englischen Topklub Manchester City hat, hatte zuletzt öffentlich beklagt, das Justizministerium bringe ihn "wissentlich in eine lebensbedrohliche Situation". Er erhalte "zahlreiche Todesdrohungen" und sehe die "ernste Gefahr eines Attentats" auf sein Leben.
Nun aber bekommt der Hacker vorerst weiter Polizeischutz gestellt. Dokumente mit falscher Identität, kostenlose Beförderung und ein Unterhaltsgeld zählen außerdem zum Schutzprogramm. Pinto profitierte seit August 2020 davon, nachdem er aus der Untersuchungshaft entlassen worden war und sich zur Zusammenarbeit mit den portugiesischen Behörden bereit erklärt hatte.
"Football Leaks" wirbelt viel Dreck auf
Pinto war 2023 wegen unerlaubten Zugriffs auf IT-Systeme, Verletzung des Kommunikationsgeheimnisses und versuchter Erpressung zu vier Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Wenig später sprach ihn auch ein Pariser Gericht schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Ihm wurde zur Last gelegt, sich Zugang zu den E-Mailpostfächern von drei Verantwortlichen von Paris Saint-Germain verschafft zu haben.

Die Plattform "Football Leaks" hat mit ihren Enthüllungen seit 2015 viel Aufsehen im Weltfußball erregt. Es gab Berichte über Steuervergehen von Topstars und Topklubs der Branche. Auch Originaldokumente wurden online gestellt. Bei den Daten handelte es sich um vertrauliche Dokumente aus der internationalen Branche und dem Offshore-Bankenwesen. Viele der veröffentlichten Informationen zogen juristische Konsequenzen nach sich.
"Football Leaks" löste mit seinen Enthüllungen auch die aktuellen Ermittlungen gegen Manchester City aus. Wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League sprach eine unabhängige Kommission den zehnmalige englische Meister in allen 115 Anklagepunkten schuldig. Man City drohen harte Strafen bis zur Aberkennung mehrerer Meistertitel oder einem Zwangsabstieg. Ermittelt wird wegen Vergehen zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18. Das Verfahren läuft seit 2023. Der Klub hat fristgerecht Einspruch eingelegt.


