Kampf gegen Verzwergung

Nach großem Zoff: DFB trennt sich von Frauen-Bundesliga

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Die Fußballerinnen des FC Bayern sind amtierender Meister. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)
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16.09.2026 | 20:17 Uhr
Der Deutsche Fußball-Bund hat für Freitag einen Außerordentlichen Bundestag einberufen. Die 256 stimmberechtigten Delegierten werden über die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga entscheiden. 

Um was geht es? Um nicht weniger als ein historisches Ereignis im deutschen Fußball. Ein Vierteljahrhundert nach den Männern verabschiedet sich auch die Frauen-Bundesliga vom DFB. Beim Bundestag sollen die notwendigen Satzungsänderungen für die Ausgliederung beschlossen und die vertraglichen Grundlagen für die Übertragung der Liga auf den Ligaverband FBL gebilligt werden. Bei der erwarteten Zustimmung wird der Grundlagenvertrag am 1. Juli des kommenden Jahres in Kraft treten. Er regelt die Eckpunkte der Zusammenarbeit in der dann zweigleisigen Verbandsstruktur. Der FBL e.V. wird ordentliches Mitglied im DFB, die Ligaverbands-Präsidentin Katharina Kiel nimmt einen Platz im DFB-Präsidium ein.

Wie sah der Vorlauf aus? Der gestaltete sich schwierig. Ursprünglich wollten der DFB und die FBL ein Joint Venture gründen. So sollte die Professionalisierung der Bundesliga vorangetrieben werden, um international nicht den Anschluss zu verpassen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte sogar schon den Gründungsakt auf dem Campus in Aussicht gestellt. Doch ausgerechnet am Tag nach der Vergabe der EM-Endrunde 2029 an Deutschland eskalierte der Streit um Entscheidungsbefugnisse. Die FBL wich vom gemeinsamen Weg ab und gründete sich im Dezember 2025 eigenständig. Ende Juni stimmten die 14 Klubs dem im Mai ausgehandelten Grundlagenvertrag mit dem DFB zu.

Was sagt der DFB heute? Der Verband hofft auf das Beste. "Mit der Einigung über den Pachtvertrag haben der DFB und der FBL e.V. einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der Frauen-Bundesliga vollzogen", äußerte Neuendorf: "Beide Seiten haben in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, eine tragfähige Grundlage für die neue Struktur zu schaffen. Wir sind überzeugt, dass die Liga auf dieser Basis ihre positive Entwicklung fortsetzen und ihre sportliche wie wirtschaftliche Attraktivität weiter steigern kann."

Wie sehen die nächsten Schritte aus? Analog zur Männer-Bundesliga (früher Deutsche Fußball Liga) wird die FBL eine GmbH als Tochtergesellschaft gründen. Sie soll als operative Ligagesellschaft zentrale Aufgaben wie die Organisation, Vermarktung und Weiterentwicklung verantworten. Eine externe Personalberatung sucht nach einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Der Sitz soll in der ehemaligen DFB-Zentrale in Frankfurt/Main sein.

Was wollen die Bundesligisten erreichen? Sie wollen nicht weiter von der internationalen Konkurrenz abgehängt werden. War die Bundesliga vor wenigen Jahren noch das Maß der Dinge in Europa, ist es damit längst vorbei. Die besten Spielerinnen sind bereits abgewandert, die Europacup-Bilanz sieht schlecht aus. Um das zu ändern, wollen die Vereine in den nächsten Jahren 700 bis 800 Millionen Euro investieren.

Wie geht es konkret nach dem Bundestag weiter? Die Zeit drängt, die TV-Verträge laufen aus. Noch in diesem Jahr sollen daher die Medienrechte für die kommenden beiden Spielzeiten vergeben werden. "Wir sind froh, wenn wir das Erlöspotenzial erhalten. Die Reichweite steht im Vordergrund", sagte Kiel kürzlich laut ZDF. Bislang fließen pro Jahr 5,17 Millionen Euro, alle Partien laufen bei MagentaTV und DAZN, die Montagsspiele zudem bei Sport1, ARD und ZDF übertragen ausgewählte Spiele.

Welche Veränderungen soll es hier geben? Für Zündstoff sorgen FBL-Planspiele mit einem Playoff-Format gegen die Monotonie im Titelkampf. Dagegen haben sich der FC Bayern und der VfL Wolfsburg, die Meister der vergangenen 14 (!) Jahre, ausgesprochen. Entscheiden darüber soll eine Versammlung der Vereine am 30. November. Spannend wird auch die erwartete neue Struktur der derzeit stark zerstückelten Spieltage - die bei den Fans unbeliebten Montagsspiele sollen wohl wieder abgeschafft werden.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid