Lob statt Kritik

"Nichts falsch gemacht": Ex-Weltstar Eto'o verteidigt FIFA-Boss Infantino

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Samuel Eto'o war 2022 Botschafter für die WM in Katar. (Foto: IMAGO/Shutterstock)
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25.08.2026 | 15:27 Uhr
Eine große Anzahl an früheren Fußball-Legenden stellt sich gemeinsam gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Einer allerdings schert aus: Samuel Eto'o, der inzwischen Verbandschef in Kamerun ist. Er lobt den umstrittenen FIFA-Boss sogar.

Es gibt sie noch, die Unterstützer von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Ein sehr prominenter ist der frühere Weltklasse-Stürmer Samuel Eto'o. In einem Interview mit CNN verteidigte der Ex-Barcelona-Angreifer den gescheiterten Vorschlag Infantinos, die kommerziellen Rechte der Fußball-WM zu verkaufen. Er hoffe sogar, der Vorschlag komme wieder auf den Tisch.

Während sich vor allem in Europa und Asien weiter heftiger Widerstand gegen Infantino zentriert, gibt es im afrikanischen oder südamerikanischen Verband weiter viel Unterstützung. Kameruns Verbandschef Eto'o spricht das offen aus. "Ich glaube nicht, dass Präsident Gianni Infantino etwas falsch gemacht hat. Ich denke, der Zeitpunkt all dessen hängt damit zusammen, dass bald eine Wahl ansteht, bei der Gianni Infantino kandidiert. Mehr steckt nicht dahinter", sagte Eto'o im CNN-Interview. "Er hat einen Vorschlag gemacht: Die 211 Mitglieder sollten sich zusammensetzen, über das Thema diskutieren und die Mehrheit entscheiden lassen. Aber ich bin überzeugt, dass die Stimmen, die sich zu Wort gemeldet haben, nicht die Stimmen der Mehrheit waren."

Der 45-Jährige bemängelte, dass die Idee nicht unter den Mitgliedern diskutiert worden sei. "Es bestand Bedarf an einer Debatte. Wir hätten darüber sprechen sollen, ob das eine gute Sache ist oder nicht."

Infantino "hat unserem Kontinent geholfen"

Lob bekommt Infantino dafür, dass er in seiner Amtszeit den Fußball-Wohlstand gerechter in der Welt verteilt habe. Die WM wurde auf 48 Teilnehmer aufgestockt - was vielen zu groß ist. Eto'o sieht das anders: "Er hat Nationen, die zuvor keine Chance hatten, die Möglichkeit gegeben, am schönsten Turnier überhaupt, der Weltmeisterschaft, teilzunehmen", sagte Eto'o. "Er hat es kleineren Nationen ermöglicht, sich für diese Wettbewerbe zu qualifizieren. Er hat unserem Kontinent geholfen. Er hat unseren Verbänden geholfen, sich viel schneller zu entwickeln. Wir sollten ihn für alles unterstützen, was er bisher geleistet hat."

Die Investorenpläne zur WM hätte den einzelnen Mitgliedsstaaten bis zu 40 Millionen Dollar in den nächsten vier Jahren gebracht. "Das hätte das Kräfteverhältnis im Fußball neu ausbalanciert und dafür gesorgt, dass unsere Talente nicht abwandern und am Ende für andere Nationen spielen", erklärte Eto'o. Die Hoffnung bleibe bestehen, dass die Idee doch noch umgesetzt wird. "Ich möchte, dass alle meine Kollegen, alle Präsidenten, das Projekt noch einmal lesen. Nach der Wiederwahl von Präsident Infantino werden wir die Kraft haben, zu fordern, dass dieses Projekt wieder zur Diskussion gestellt wird. Wenn es eine demokratische Abstimmung gibt, wird dieses Projekt angenommen werden, weil es für die Mehrheit gut ist."

Die Wahl zum FIFA-Präsidenten findet im März 2027 in Rabat statt, entschieden wird sie durch eine Mehrheit der 211 Mitglieder. Derzeit ist Infantino der einzige Kandidat. UEFA-Boss Aleksander Ceferin hatte am Montag eine eigene Kandidatur zwar ausgeschlossen, will aber weiterhin einen Neuanfang ohne Infantino.

FIFA-Legenden schießen gegen Infantino

Darauf setzen auch ehemalige Fußball-Kollegen von Eto'o. "Ein Wandel ist notwendig. Die Macht hat die Fähigkeit der derzeitigen Führung getrübt, zwischen ihren eigenen Interessen und dem, was für den Fußball am besten ist, zu unterscheiden", hieß es in einem Statement, das unter anderem der frühere französische Weltmeister Emmanuel Petit und Mikael Silvestre, Mitglied eines FIFA-Gremiums gegen Rassismus, bei Instagram teilten.

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Hoeneß zählt Infantino an: "Nicht mehr mein Sport"

Die Ex-Profis erwähnten den unter Druck stehenden Infantino nicht namentlich in ihrem Schreiben, kritisierten den Führungsstil des FIFA-Präsidenten aber deutlich. "Wir teilen genau dieselben Bedenken wie Millionen von Fans auf der ganzen Welt. Wie sie haben auch wir beobachtet, wie sich der Sport, den wir lieben, unter der derzeitigen Führung der FIFA von seinen Grundwerten entfernt hat."

Verwendete Quellen: ntv.de, msc