Fußball

"Wäre ein mega Luxus-Problem" Rangnick würde lieber zum DFB als zu Schalke

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Ralf Rangnick ist Teil einer besseren Schalker Vergangenheit. Ob er auch an einer besseren Zukunft mitarbeiten wird, ist in Klärung.

(Foto: dapd)

Beim FC Schalke 04 haben sie gar nicht so viele Besen, wie es Scherben aufzukehren gilt nach einer desaströsen Saison. Immerhin scheint man derzeit gewillt, an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Mit dem Lager von Baumeister Ralf Rangnick ist man offiziell in Kontakt.

Ralf Rangnick hat beim FC Schalke 04 für ganz besondere Momente gesorgt. Das prägendste Bild war seine Ehrenrunde als Trainer in der Arena vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FSV Mainz 05 im Dezember 2005. Der Coach, der damals seinen Abschied zum Saisonende bekannt gegeben hatte, ließ sich von den Fans feiern - kurz danach wurde er beurlaubt. Sechs Jahre später bei seinem zweiten Engagement gewann er mit dem FC Schalke den DFB-Pokal, bevor er einige Monate später aus gesundheitlichen Gründen um Auflösung seines Vertrages bat. Dies spielt bei den Fans eine große Rolle im "königsblauen Krimi um Ralf Rangnick", wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe titelten. Nun geistert dieser Name wie ein Gespenst durch Gelsenkirchen, das bisher nicht gesichtet wurde.

Allerdings wird der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga die Chance, Gespräche über eine mögliche Nachfolge des ehemaligen Sportvorstandes Jochen Schneider zu führen, nicht ungenutzt lassen. "Der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 hat bereits Kontakt zum Berater von Ralf Rangnick aufgenommen. Zum weiteren Vorgehen werden wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen", teilte der Klub auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Rangnick selbst äußert sich offiziell derzeit nicht - zumindest nicht zum Thema Schalke.

Nach Aussage seines Beraters favorosiert Rangnick allerdings trotz Sympathien für den FC Schalke 04 derzeit das Amt des Fußball-Bundestrainer gegenüber einer Aufgabe beim Bundesliga-Letzten. "Ralf Rangnick ist interessiert am Job des Bundestrainers. Er ist Anfang 60 und topfit, das wäre die Krönung seiner Karriere", sagte Marc Kosicke im Interview von "Sport1".

Aufsichtsrat fühlte sich überrumpelt

Die Spur zu Rangnick führte über eine Gruppe, die aus einigen einflussreichen Personen aus Wirtschaft und Politik bestehen soll und die über Aufsichtsratsmitglied Stefan Gesenhues ausrichten ließ, Rangnick sei grundsätzlich bereit, dem designierten Bundesliga-Absteiger als Sportvorstand beim Neuaufbau zu helfen. Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und sorgte für große Schlagzeilen und Aufregung im Umfeld.

Der Aufsichtsrat hatte bei der Suche nach einem neuen Sportvorstand "zwei Zusagen von hochkarätigen Kandidaten" für finale Gespräche, die angestanden hätten. Dies bestätigte der Vorsitzende Jens Buchta. Namen nannte er nicht. Aber Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche soll ein Thema gewesen sein. Der 40-Jährige ließ am Sonntag allerdings verlauten: "Ich stehe nicht zur Verfügung."

"Dass sich meine Kollegen im Aufsichtsrat überrumpelt gefühlt haben, kann ich im Nachhinein verstehen. Das tut mir leid", sagte Gesenhues den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er hoffe, dass dadurch keine Gräben entstanden seien. "Ich bin sehr daran interessiert, dass wir jetzt alle an einen Tisch kommen", betonte der 66-Jährige, der jetzt wohl keine Lobby mehr in dem Kontrollgremium hat.

Die Fans sind elektrisiert

Die Fans waren in der hoffnungslosen sportlichen Situation des Klubs zu diesem Zeitpunkt längst elektrisiert von dem prominenten Namen: Zehntausende haben bereits eine Online-Petition unterstützt und wünschen sich die Rückkehr des ehemaligen Schalker Trainers Rangnick, der schon in Hoffenheim und Leipzig große Aufbauhilfe geleistet hat und dessen Name aktuell sogar bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundestrainer Joachim Löw gehandelt wird.

Sollte es zu Gesprächen mit Rangnick kommen, heißt das noch lange nicht, dass die Rückkehr des 62-Jährigen zum Revierklub perfekt ist. Grundsätzliche Fragen müssten geklärt werden: Wie kann der hoch verschuldete Klub die Finanzierung des prominenten Fachmannes stemmen oder wie passt der Trainer Dimitrios Grammozis, der mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2022 ausgestattet ist, ins Konzept des neuen Sportvorstandes. Rangnick ist bekannt dafür, dass er gerne alle Fäden selbst in der Hand hat. Das ist auf Schalke allerdings nicht so einfach.

Berater Kosicke sagte denn auch, sein Mandant habe auf die Anfrage der Gruppe hinter Gesenhues geantwortet, "wenn alle Rahmenbedingungen stimmen, könnte er sich das vorstellen." Mehr an Austausch habe es nicht gegeben. "Von daher ist das ein Thema, das sich gerade gar nicht stellt. Das ist noch ganz weit weg alles." Eine Wahl zwischen Bundestrainer und Sportvorstand auf Schalke bezeichnete Kosicke als "momentan rein hypothetisch. Bei Schalke gibt es frühestens in den nächsten Tagen Gespräche und ob der DFB auf Ralf zukommt, wissen wir nicht". Für den Fall, dass es tatsächlich von Schalke und dem Deutschen Fußball-Bund Angebote für Rangnick geben sollte, "wäre das ein mega Luxus-Problem für ihn, sich zwischen der emotionalen Klub-Aufgabe oder Deutschlands liebstem Kind Nationalmannschaft zu entscheiden".

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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