Fußball

Ex-Bayern-Star trifft in Serie Santa Cruz roqut immer weiter

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Roque Santa Cruz schoss sein Team wieder in die Copa Libertadores, die Champions League Südamerikas.

(Foto: imago images / Agencia EFE)

15 Tage, vier Partien, zehn Tore: Der ehemalige Bayern-Profi Roque Santa Cruz erlebt als Kapitän in Paraguay den x-ten Frühling. Und schießt mit seinen 38 Jahren seinen Klub aus Asuncion in Rekordzeit zur nationalen Meisterschaft. Er ist damit einer der Letzten aus einer längst vergangenen Fußballzeit.

Roque Santa Cruz steht bei den Fans in seinem Heimatland Paraguay ganz hoch im Kurs. Im Mercado 4, dem lärmenden Gewirr von populären Jahrmarktsständen im Herzen Asuncions, verkaufen sie bereits Silvesterknaller. Seit Sonntag auch "La Estrella Santa Cruz". Als Dank an den ehemaligen Nicht-ganz-Wunderstürmer des FC Bayern München, der den Club Olimpia aus Asuncion am vergangenen Sonntag mit einem Doppelpack zur erneuten Meisterschaft geschossen hat. Eigentlich heißt die beliebte Feuerwerksbombe "Fliegender Stern", doch die Händler erhoffen sich mit dem neuen Namen mehr Absatz. Santa Cruz zündet jedenfalls auch mit 38 Jahren noch.

Ganz am Anfang stand ein Bubigesicht namens "Baby Gol" mit Killerinstinkt vor dem Fußballtor, der als 17-Jähriger von den Bayern deshalb als zukünftiger Weltstar verpflichtet worden war. In den acht Jahren München war Santa Cruz eher ein uneingelöstes Versprechen geblieben, aber in seiner Heimat macht er noch heute das, was sie sich in München immer von ihm erhofft aber zu selten bekommen hatten: Tore schießen.

Torjäger mit gewaltigem Endspurt

"Ich Roque", sang er 2004 im Hit der Sportfreunde Stiller, die Nummer ist nach Santa Cruz' Europareise, die ihn von den Bayern über England (Blackburn Rovers, Manchester City) und Spanien (Betis Sevilla, FC Malaga) über Mexiko heim nach Paraguay führte, auch in der Heimat längst ein Evergreen. Am Sonntag holte sich dort Rekordmeister Olimpia seine 44. nationale Meisterschaft. Weil das Klub-Eigengewächs nach 0:2-Rückstand gegen Guarani, den Rivalen aus der Hauptstadt Asuncion, gleich zweimal traf, und damit den fehlenden Punkt zur Meisterschaft, der vierten in Folge, sicherte.

Der tiefgläubige Kapitän, der heute wie auch schon in seiner Bayern-Zeit in Anlehnung an das Mariahilf-Fest am 24. Mai mit der 24 auf dem Rücken aufläuft, vollstreckte insgesamt zehnmal in den letzten vier Partien. "Wenn das Feuer noch brennt, laufen die Dinge, als  wären sie einem angeboren", betonte der Stürmer, selber nach einer Erklärung für seinen x-ten Frühling suchend. "Es gibt eigentlich kein Geheimrezept, außer auf sich selber aufzupassen", sagte der viermalige Vater und ewige Mädchenschwarm, der vielen seiner weiblichen Fans mit der Heirat von Jugendliebe Giselle im Juli 2003 einen Stich ins Herz versetzte, jüngst zur sportlichen Langlebigkeit, gestand aber auch vor versammelter Presse: "Es gibt Schmerzen, die ständig da sind. Dann musst du weiter laufen, und es geht wieder vorbei."

Mädchenschwarm mit "unerschöpflicher Reserve"

Zahlreiche Bänderrisse im Knie, dazwischen Probleme mit dem Meniskus, ab und an waren es die Sprunggelenke, einmal auch ein Mittelhandbruch, und, und, und. Da bleibt die Frage: Was hätte sein können? Vor allem, wenn er sie in München nicht hätte an seinem Phlegma verzweifeln lassen, sondern sich so locker präsentiert hätte, wie er es in seiner Heimat tut?

Nun sind es vor dem Saisonfinale am Sonntag gegen Sol de America also schon wieder 25 Ligatore in diesem Jahr. Seine Bestmarke in Europa waren 19 Treffer in der Spielzeit 2007/2008 für die Blackburn Rovers. Für die Bayern, wo er in der letzten Saison von Lothar Matthäus im  Münchner Trikot und noch im altehrwürdigen Olympiastadion loslegte, netzte er nur 31-mal ein - und benötigte dafür 155 Bundesliga-Spiele. Mit immerhin 32 Länderspieltreffern ist er Rekordtorjäger der nationalen Albirroja. Und in dieser Woche titelte die Zeitung "Ultima Hora": "Herr und Meister des paraguayischen Fußballs". Und "ABC" bezeichnete ihn als "Tank, dessen Reserve unerschöpflich ist".

Sein Bundesliga-Debüt feierte Santa Cruz übrigens am 22. August 1999, der FC Bayern verlor damals 0:2 in Leverkusen. An der Seite des damals 18-Jährigen spielten Markus Babbel, Jens Jeremies oder Mehmet Scholl, für Leverkusen trafen Ulf Kirsten und Oliver Neuville. Namen aus einer anderen Fußball-Zeit. Nur Roque Santa Cruz trifft immer noch.

Quelle: ntv.de, Heiner Gerhardts, sid

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