Fußball

Horrorserie und Tiktok-Spott Schalke 04 taumelt zum "Restart" der Saison

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Steht auf, wenn ihr Schalker seid!

(Foto: Alex Gottschalk/POOL)

Das brutale Auftaktprogramm in der Fußball-Bundesliga hat der FC Schalke 04 erfolglos hinter sich gebracht. Gegen den überraschend starken Lieblingsgegner soll nun endlich die Wende her. Doch Experten bezweifeln, dass die Mannschaft von Coach Baum die Qualität dafür hat.

Der FC Schalke 04 kann momentan auch abseits des Platzes kaum etwas richtig machen. Als wäre die Not in Gelsenkirchen nach längst quälend langen neun Monaten und mittlerweile 21 Bundesliga-Spielen ohne Sieg nicht schon groß genug, machte sich der trudelnde Klub vor dem wegweisenden Match am Freitag (20.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) gegen Aufsteiger VfB Stuttgart auch noch im Netz durch ein völlig missglücktes Video auf der Teenager-Plattform Tiktok zum Gespött seiner eigenen Fans.

Die überflüssige Unruhe passt so gar nicht zur Schalker Hoffnung auf das VfB-Gastspiel als "Restart" der Saison. Denn nach Klatschen in Duellen mit gleich drei Champions-League-Teilnehmern - mit dem FC Bayern, mit RB Leipzig und Borussia Dortmund - in den ersten fünf Runden beginnen aus Sicht der Knappen erst ab sofort die Begegnungen mit Gegnern auf Augenhöhe.

In der kommenden Woche reist Schalke nach dem Pokal-Nachholspiel gegen Regionalligist 1. FC Schweinfurt zum punktlosen Schlusslicht FSV Mainz 05. Außerdem soll Angreifer Mark Uth nach längerer Verletzungspause wieder einsatzbereit sein. Nicht zuletzt wegen dieser Strohhalme ist das Thema Abstiegskampf für den neuen, aber nach drei Spielen auch noch sieglosen Coach Manuel Baum schon vor der jüngsten Derby-Pleite beim BVB (0:3) "noch weit weg" gewesen.

Überraschend starker Lieblingsgegner

Zum ersehnten Ende ihrer Seuchenserie - der letzte Sieg datiert vom 17. Januar 2020 - kommt Stuttgart den Schalkern gerade recht. Nach sieben Erfolgen in den vergangenen acht Duellen mit den Schwaben sehen die Fans am Schalker Markt den VfB nur allzu gerne als Lieblingsgegner. Allerdings sind die Gäste mit schon acht Punkten überraschend stark in die Saison gestartet und feierten dabei ihre bisherigen zwei Siege auf fremden Plätzen.

Doch weniger Stuttgarts Auswärtsstärke als vielmehr mangelnde Qualität lässt außenstehende Experten an eine Wende glauben. "Mit solchen Leistungen wirst du auch gegen Stuttgart oder Mainz nicht hoch gewinnen, da musst du froh sein, wenn du nicht verlierst. Der Kader ist schlecht zusammengestellt. Sie haben auch keinen echten Führungsspieler", meinte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus unlängst.

Auch Kevin Kuranyi, einst zuerst im VfB-Trikot und danach in Schalker Diensten, sieht vor dem Treffen seiner Ex-Klubs strukturelle Probleme der Gastgeber als Ursache für die Misere. "Es fehlt an allem", urteilte der Ex-Nationalspieler gegenüber t-online.de. Der frühere Torjäger vermisst in der Mannschaft "fast alles, was ein Team ausmacht". Wie Matthäus hält auch Kuranyi Schalkes Sportdirektor Jochen Schneider trotz der finanziellen Zwänge für die Krise verantwortlich: "Er hatte drei Transferfenster Zeit, um den Kader etwas umzustrukturieren. Das ist ihm nicht besonders gut gelungen."

Quelle: ntv.de, Dietmar Kramer, sid