Bundesliga mit RekordenTV-Klassiker bleibt Nummer eins, starke Zahlen für RTL

Mehr Menschen als je zuvor verfolgen die Fußball-Bundesligen im TV. Sky, DAZN und RTL dürfen sich über einige Bestwerte freuen. Der Publikumsliebling läuft aber bei einem anderen Sender.
Die letzte Entscheidung der Saison ist am Dienstagabend gefallen, die TV-Sender schauen auf die Zahlen der Fußball-Bundesliga. Nach der ersten Spielzeit mit den neuen TV-Verträgen gibt es interessante Einblicke auf die Vorlieben der Zuschauer, die in der Summe mehr Fußball-Bundesliga als je zuvor schauten.
Die "Sportschau" ist weiterhin der TV-Liebling der Fans. Trotz des medialen Wandels ist der Klassiker der Sportberichterstattung die Fußball-Sendung mit den meisten Zuschauern. Im Durchschnitt sahen 3,540 Millionen Menschen die Höhepunkte am Samstag und bescherten der ARD einen Marktanteil von 21 Prozent. Die Vergleichszahlen der Saison 2024/25: 3,58 Millionen und 20,5 Prozent.
"Das Interesse an der 'Sportschau' am Samstag um 18.30 Uhr war in dieser Saison so groß wie letztes Jahr - und das, obwohl die Meisterschaft wieder einmal bereits früh entschieden war", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. "In Zeiten einer stetig wachsenden Zersplitterung von Rechten und Spieltagen wird damit deutlich, dass es nach wie vor sehr wichtig ist, dem Publikum an jedem Spieltags-Wochenende eine verlässliche Größe in Form einer hochwertigen und hervorragend gestalteten Bundesliga-Sendung zu bieten." Den Topwert erzielte die "Sportschau", eingebettet in die Olympia-Übertragung, am 22. Spieltag mit 4,560 Millionen Zuschauern.
Tagessieg für Sat.1 trotz Paderborn und Wolfsburg
Neun Live-Spiele hatte Sat.1 im Programm, dazu gehörte auch die Relegation. Trotz wenig prominenter Klubs wie Paderborn und Wolfsburg hatten Hinspiel (3,1 Millionen) und Rückspiel (4,1 Millionen) viele Zuschauer, bescherten dem Free-TV-Sender am Montagabend sogar den Tagessieg im Quotenrennen. Im Vergleich zum Vorjahr registrierte Sat.1 bei den vier Relegationsspielen einerseits rund zehn Prozent weniger Fußballinteressierte, andererseits aber steigende Marktanteile - weil insgesamt weniger Menschen fernsehen.
Die meisten Live-Übertragungen der 1. Liga bot Sky und erreichte im Durchschnitt 2,993 Millionen Zuschauer pro Spieltag. Das ergab nach Angaben des Pay-TV-Senders ein Plus von zwölf Prozent gegenüber der Vorsaison - obwohl Sky die Konferenz an DAZN verloren hatte. "Die erste Bundesliga-Saison der neuen Rechteperiode war für Sky Sport ein voller Erfolg", kommentierte Chefredakteur Alexander Rösner und bezeichnete den Reichweiten-Rekord als "tolle Bestätigung". Der Verlust der Konferenz wurde auch durch das neue Freitagabend-Spiel kompensiert, das zuvor bei DAZN lief. Im Schnitt schauten 726.000 Fans zu.
"Unabhängig vom übertragenden Anbieter waren niemals zuvor so viele Zuschauer regelmäßig live dabei", sagte Rösner. Die reichweitenstärkste Einzel-Übertragung des Senders lieferte wieder einmal der Klassiker zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am späten Samstagnachmittag, der in der Rückrunde 2,4 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte.
So viele Fans sahen die neue Konferenz
Die wohl spektakulärste Änderung zur neuen Saison war, dass die Konferenz nicht mehr bei Sky, sondern beim ebenfalls kostenpflichtigen Konkurrenten DAZN lief. Der Streamer meldete hohe Zahlen, die sich allerdings aufgrund unterschiedlicher Verbreitungswege und Messverfahren nur schwer mit den Daten des Konkurrenten Sky vergleichen lassen, der in der Vorsaison eine durchschnittliche Reichweite von 856.000 Zuschauern hatte.
Die neue Konferenz von DAZN kam nach Senderangaben bis zum 32. Spieltag auf eine Nettoreichweite von rund 900.000 Zuschauern; aktuellere Zahlen liegen derzeit noch nicht vor. "Unser neues Konzept mit Hosts und Experten direkt aus dem Stadion sowie der Live-Kommentierung aus dem Studio hat sich absolut bewährt", kommentierte DAZN-Deutschland-Chefin Alice Mascia. Das erfolgreichste Bundesliga-Einzelspiel an einem Sonntag war Bayern gegen Hoffenheim am 21. Spieltag mit rund 1,4 Millionen Zuschauern.
Die 2. Liga als Publikumsmagnet
Die RTL-Gruppe löste Sport1 beim Topspiel der 2. Liga am Samstagabend ab und freut sich über starke Zahlen. Die Übertragungen bei RTL und beim Spartensender Nitro erreichten "die höchsten Reichweiten seit 2021, als die Anstoßzeit auf 20.30 Uhr gelegt wurde", hieß es in einer Mitteilung.
Bei den elf Live-Übertragungen beim Hauptsender schauten im Schnitt 1,22 Millionen Fans zu, die 22 Live-Spiele bei Nitro verfolgten 556.000 Zuschauer. "Wir sind mit der Performance der 2. Liga in ihrer ersten Saison bei RTL Deutschland sehr zufrieden", sagte Geschäftsführerin Inga Leschek: "Neue Bestwerte bei den Gesamtreichweiten und Marktanteilen in unseren Kernzielgruppen bestätigen, dass die 2. Bundesliga die Massen begeistert."
Den Topwert registrierte der Free-TV-Sender am zweiten Spieltag mit der Partie des 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Schalke 04 mit durchschnittlich 1,73 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 9,7 Prozent. Alle Zweitligapartien zeigte der Pay-TV-Sender Sky, der erstaunliche 1,7 Millionen Zuschauer im Schnitt pro Spieltag errechnete.