Fußball

CL-Gala womöglich teuer bezahltTeuflisch guter FC Bayern treibt Bergamo ins Heimdebakel

10.03.2026, 22:55 Uhr
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Michael Olise (r.) feiert sein Tor mit den Teamkollegen Luis Diaz und Dayot Upamecano. (Foto: REUTERS)

Der FC Bayern kennt auch ohne Superstürmer Harry Kane keine Gnade. Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gewinnt die Mannschaft bei Atalanta Bergamo mit 6:1. Die Freude über die Gala wird nur getrübt durch die Verletzung von Alphonso Davies.

Der FC Bayern ist wie im Rausch über den Dortmund-Schreck Atalanta Bergamo hinweggefegt und darf nach einer herausragenden Leistung für das Viertelfinale der Champions League planen. Die eiskalten und jederzeit torhungrigen Münchner siegten im Achtelfinal-Hinspiel auswärts 6:1 (3:0) und positionierten sich damit als ernsthafter Anwärter für die Krone im europäischen Vereinsfußball. Das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche ist nur noch Formsache. Im Viertelfinale käme es zum Duell mit Real Madrid oder Manchester City.

Fürchten müssen die Bayern nach einer eindrucksvollen Vorstellung aber keinen Gegner. "Leider am Ende noch ein Gegentor, aber ansonsten war das schon ein sehr starker Auftritt, vor allem in der ersten Halbzeit. Die Art und Weise war schon stark, das war ein gelungener Auftritt bei uns", sagte Kapitän Joshua Kimmich nach dem Spiel bei Prime Video: "Wir müssen jetzt hoffen, dass die Verletzungen nicht so schlimm sind."

Fürchten müssen die Bayern nach einer eindrucksvollen Vorstellung aber keinen Gegner. Gegen die heißblütigen Italiener behielten die Bayern auch ohne Harry Kane und Manuel Neuer einen kühlen Kopf, sie nutzten Atalantas Schwächen eiskalt und maximal effizient aus. Kane konnte von der Bank aus in aller Ruhe mitansehen, wie Josip Stanisic (12.), der überragende Michael Olise (21.) und Serge Gnabry (25.) früh für klare Verhältnisse sorgten. Kanes Stellvertreter Nicolas Jackson (53.), erneut Olise (64.) und Jamal Musiala (67.) legten nach der Pause nach. Kurz vor dem Abpfiff traf Mario Pasalic für Bergamo (90.+3).

Bergamo wird schwindelig gespielt

Warnungen vor Atalanta hatte es vor dem Spiel zur Genüge gegeben. Vor zwei Jahren hatte "La Dea" ("die Göttin") im Endspiel der Europa League Bayer Leverkusen die einzige Niederlage der Saison 2023/2024 beigebracht, in den Playoffs war Borussia Dortmund an den Italienern gescheitert - nach einem 2:0 im Hinspiel unterlag der BVB 1:4. Die Bayern? Nahmen die Warnungen ernst - und traten entsprechend entschlossen auf.

Und sie benötigten nicht mal Kane, um Bergamo schon in einer herausragenden ersten Halbzeit mit variablem Spiel zu dominieren. Von Atalantas Mann-gegen-Mann-Pressing ließ sich der deutsche Rekordmeister dabei schon gar nicht aus der Ruhe bringen. Die Münchner bewegten sich hervorragend, ständig beschäftigten sie die Italiener mit ihren Positionswechseln. Und sie nutzten die Schwächen des gegnerischen Systems schonungslos aus.

"Türöffner" war allerdings ein Eckball, den die Münchner schnell und clever ausführten: Stanisic musste bei seinem ersten Tor in der Champions League gegen die schläfrige Abwehr Bergamos nur den Fuß in einen Pass von Gnabry halten. Letzterer ließ sich im Spielaufbau häufig weit nach hinten fallen, er zog damit den ehemaligen Schalker Sead Kolasinac aus der Abwehr. In diese und andere Lücken stießen die Münchner immer wieder hinein.

Dreimal Verletzungssorgen

Besonders geschickt und wirkungsvoll agierten die Bayern bei den Treffern durch Olise und Gnabry, bei denen die Bergamasken überhaupt keinen Zugriff auf ihre Gegenspieler bekamen. Jackson, der wie am Freitag gegen Gladbach (4:1) Kane vertreten durfte, hätte schon vor der Pause sogar noch weiter erhöhen können. Kompany stand währendessen immer noch sehr aktiv an der Seitenlinie, trieb seine Mannschaft nach vorne.

Die Bayern hielten das Tempo auch nach der Pause zunächst hoch, jetzt mit Musiala für den hervorragenden Gnabry und Alphonso Davies für den gelb-rot-gefährdeten Konrad Laimer. Davies musste freilich wieder verletzt ausgewechselt werden (71.), auch Musiala ging vor Spielende. Begleitet vom medizinischen Personal der Bayern verließ Davies den Platz. Der Außenverteidiger hielt sich das Trikot vor das Gesicht, die Tränen in seinen Augen waren aber doch zu sehen. Die genaue Blessur war zunächst unklar.

Erst nach Jacksons Treffer ließen es die Münchner ab und an etwas ruhiger angehen, ohne dabei jedoch die Kontrolle über das Spiel oder die Lust am Toreschießen zu verlieren. Olise und Kimmich holten sich für Spielverzögerungen noch clever Gelbe Karten ab und sind damit fürs Rückspiel gesperrt. Einen weiteren bitteren Moment gab es mit der letzten Szene. Beim Gegentor verletzte sich Torwart Jonas Urbig so schwer, dass er das Spiel nicht hätte fortsetzen können. Der Schiedsrichter pfiff aber direkt ab.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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