Fußball

Bundesanwalt bietet Rücktritt an Umstrittener Lauber stolpert über Fifa-Boss

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Michael Lauber erklärt, er "respektiere" das Urteil, "die Unterstellung der Lüge" weise er jedoch "in aller Form zurück".

(Foto: REUTERS)

Der wegen dubioser Ermittlungsmethoden im Fifa-Komplex umstrittene Bundesanwalt Michael Lauber bietet seinen Rücktritt an. Dem 54-Jährigen wird vorgeworfen, seine Amtspflichten verletzt und die Unwahrheit gesagt zu haben. Hintergrund waren Geheimtreffen Laubers mit Fifa-Boss Gianni Infantino.

Der wegen Geheimtreffen mit Fifa-Boss Gianni Infantino in der Kritik stehende Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber hat seinen Rücktritt angeboten. Wie er in einer persönlichen Erklärung mitteilte, habe er sich "im Interesse der Institutionen" zu diesem Schritt entschieden. In einem zuvor veröffentlichten Urteil hatte das Schweizer Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass der 54 Jahre alte Lauber seine Amts- und Treuepflicht in mehreren Punkten "schwer verletzt" habe.

Wie das Gericht mitteilte, habe er unter anderem "vorsätzlich die Unwahrheit" gesagt. Dabei geht es um eines von drei Geheimtreffen Laubers mit Infantino vom 16. Juni 2017, das alle der mutmaßlich fünf Teilnehmer vergessen haben wollen. "Eine solche Erinnerungslücke bei mehreren Teilnehmern ist nach der allgemeinen Lebenserfahrung als abwegig anzusehen", befand das Gericht.

Stattdessen habe er das Treffen der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft "bewusst" verschwiegen. Lauber hatte zum Zeitpunkt der Treffen mehrere Verfahren im Bereich des Weltfußballs geleitet, darunter auch das im Sommermärchen-Skandal um die WM-Vergabe 2006 nach Deutschland, das Ende April wegen Verjährung eingestellt wurde.

Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft hatte aufgrund der Geheimtreffen mit Infantino im Mai 2019 ein Disziplinarverfahren gegen Lauber eröffnet. Im März dieses Jahres kürzte sie Laubers Lohn um acht Prozent, dieser reichte daraufhin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Das Gericht beurteilte nun eine Lohnkürzung aufgrund der Schwere der Amtspflichtverletzungen als rechtmäßig, reduzierte sie jedoch auf fünf Prozent. Lauber erklärte, er "respektiere" das Urteil, "die Unterstellung der Lüge" weise er jedoch "in aller Form zurück", ergänzte aber: "Wenn man mir jedoch als Bundesanwalt nicht glaubt, dann schadet dies der Bundesanwaltschaft."

Quelle: ntv.de, tno/sid