Schreiben sorgt für Wirbel

"Verstoß gegen Amtszeitbegrenzung": Darf Infantino überhaupt noch mal kandidieren?

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Der Druck auf Gianni Infantino lässt nicht nach. (Foto: IMAGO/MB Media Solutions)
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17.08.2026 | 15:25 Uhr
Neue Kritik prasselt auf Gianni Infantino ein: Jetzt legt eine NGO nach, schreibt an hohe Funktionäre des Weltverbandes und fordert, dass der Weltverbandspräsident nicht noch einmal zur Wahl aufgestellt werden darf. Die FIFA-Statuten würden eine weitere Amtszeit nicht erlauben.

Wieder neuer Ärger für Gianni Infantino. Ein Schreiben an den FIFA-Komitee für Governance, Revision und Compliance fordert, den FIFA-Boss bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr für eine weitere Amtszeit als nicht wählbar zu erklären. Es liege ein "eindeutiger Verstoß gegen Amtszeitbegrenzung" vor, heißt es in dem Brief.

Laut "The Athletic" wurde die Beschwerde von FairSquare eingereicht, einer gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation, die nach eigenen Angaben "eine bessere, demokratischere Führung fördert, um zu verhindern, dass Sportinstitutionen zu Leid und Schaden beitragen". Der von FairSquare bereits am vergangenen Donnerstag an die FIFA gesendete Antrag will verhindern, dass Infantino im kommenden März für eine vierte Amtszeit kandidiert. Die NGO hatte vormals schon wegen Infantinos Nähe zu US-Präsident Donald Trump Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission eingelegt.

FIFA-Präsidenten dürfen maximal drei Amtszeiten absolvieren, doch 2022 erklärte Infantino, seine erste Amtszeit zähle nicht mit, da sie als Fortsetzung der unterbrochenen letzten Amtszeit von Sepp Blatter angesehen werde. Nach dessen Korruptionsskandalen hatte Infantino 2016 den höchsten Posten im Weltfußball übernommen. Mit einer neuen Amtszeit würde der Schweizer bis 2031 Präsident bleiben. Er ist bislang der einzige Kandidat, der seine Absicht bekundet hat, zu kandidieren.

"Infantino für das Amt für nicht wählbar erklären"

Der Brief der NGO, der "The Athletic" vorliegt, ist an drei Mitglieder eines FIFA-Prüfungsausschusses im Governance-Komitee adressiert und darin heißt es: "Wir wenden uns an Sie mit der Bitte, Herrn Infantino für eine erneute Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten für nicht wählbar zu erklären, da er bereits seine dritte und letzte Amtszeit absolviert. Eine frühere Entscheidung des Ausschusses für Governance, Audit und Compliance, seine erste Amtszeit nicht anzurechnen, verstößt eindeutig gegen den Wortlaut und den Zweck der FIFA-Satzungsbestimmung zur Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten."

Im Dezember 2022 teilte der Weltverband nach einer Sitzung des Councils mit, dass der Zeitraum von 2016 bis 2019 nicht unter die Amtszeitbegrenzung für Infantino falle. FairSquare kritisiert, dass der Weltverband nie eine "rechtliche Grundlage" dafür kommuniziert habe und argumentiert, dass "eine Auslegung, die die ersten drei Amtsjahre außer Acht lassen würde, auch dem Geist und Zweck der Regel zuwiderlaufen würde".

Daher habe man die FIFA aufgefordert, "ihre eigenen Regeln durchzusetzen und Infantino von einer erneuten Kandidatur auszuschließen", teilte die Organisation am Montag mit. Das Vorgehen in dieser Thematik sei dazu ein weiteres Beispiel dafür, dass Infantino "die FIFA eher wie eine Diktatur als eine Demokratie" führe.

Aufgrund seines inzwischen geplatzten WM-Investorenplans steht der FIFA-Chef ohnehin seit Wochen in der Kritik. Die Kontinentalverbände aus Europa, Asien sowie Nord- und Mittelamerika haben den Druck auf Infantino verschärft, einzelne nationale Verbände aus den Konföderationen haben dem 56-Jährigen dennoch Unterstützung zugesagt.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe