Fußball

"Wir stecken in der Scheiße" VfB Stuttgart im freien Fall, Weinzierl ratlos

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"Ich habe einen schönen Angriff gesehen": Markus Weinzierl.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Interne Störfeuer, eine leblose Mannschaft, ein angeschlagener Sportvorstand und ein hilfloser Trainer Markus Weinzierl, der nach drei Spielen schon am Ende scheint: Die Gemengelage beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart ist fatal. Die Fans sind stinksauer.

Christian Gentner nahm nach der Bankrotterklärung des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga kein Blatt vor den Mund. "Wir stecken in der Scheiße drin", sagte der Kapitän des VfB Stuttgart nach dem ernüchternden 0:3 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt, "das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Und da müssen wir uns auch selbst herausziehen." Doch wie?

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"Ein schöner Angriff": Mario Gomez.

(Foto: imago/Philippe Ruiz)

Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel unter dem zunehmend ratlosen Trainer Markus Weinzierl macht nichts Hoffnung auf die Wende. "Die Situation ist wirklich schwierig, die ist heftig", sagte der sichtlich angeschlagene Sportvorstand Michael Reschke, der Auftritt gegen starke Frankfurter sei "über weite Strecken nicht bundesligareif" gewesen: "Die Niederlage hat weh getan." Weinzierls Analyse war ebenso schonungslos. "Ich habe einen schönen Angriff gesehen, wo Gomez das Tor machen muss, aber in der Summe bleibt da nichts Positives hängen."

Ex-Nationalspieler Mario Gomez hatte in der neunten Minute das 1:0 auf dem Kopf, verfehlte das Tor aber freistehend. Danach war der VfB Spielball des Frankfurter Dreizacks mit den Torschützen Sebastien Haller (11.) und Ante Rebic (32.) sowie Luka Jovic. Als der eingewechselte Nicolai Müller (89.) den Schlusspunkt setzte, hatten sich selbst die treuesten VfB-Fans in der Cannstatter Kurve bereits verärgert abgewendet. Dem Schlusspfiff folgte ein minutenlanges Pfeifkonzert. "Das steht denen zu", sagte Reschke. Beim Schicksalsspiel am Samstag in Nürnberg werde die Mannschaft den Anhang "wieder im Rücken haben".

"Innere Zerrissenheit des Klubs"

Und doch: Die Wut der Fans, die null Punkte bei 0:11 Toren unter Weinzierl, dazu interne Querelen mit der Kritik von Aufsichtsrat Guido Buchwald am Sportchef - "das ist eine Phase, die Bauchschmerzen verursacht, die mich auch, das muss ich offen zugeben, extrem belastet", sagte Reschke. Zwar bekam der 61-Jährige intern viel Zuspruch, doch die Verantwortung für die verheerende Zwischenbilanz "ist zum großen Teil auch bei mir, das gräbt". Eine "innere Zerrissenheit des Klubs" wegen Buchwalds Aussagen, auf die Präsident Wolfgang Dietrich gereizt reagiert hatte, sieht Reschke nicht. "Wir gehen sehr partnerschaftlich miteinander um. Störfeuer müssen wir wegstecken", sagte der Sportvorstand. Dafür zerfällt die Mannschaft.

In der Achse Zieler-Badstuber-Gentner-Gomez ist nur der Torwart in Normalform. Der Defensivverbund funktioniert nicht. "Wir haben gefühlt alle entscheidenden Zweikämpfe in der letzten Reihe verloren", sagte Weinzierl, "so kannst du nicht agieren in der Bundesliga." Die Offensive ist viel zu harmlos. "Dass wir mit vielen nicht zufrieden sein können, ist ja offenkundig", sagte Reschke. Zu diesen Mängeln kommen körperliche Probleme. "Wir waren fast in allen Spielen läuferisch unterlegen", sagte Reschke. Eurosport-Experte Matthias Sammer empfahl spöttisch: "Turnschuhe anziehen und laufen!"

Pablo Maffeo und Berkay Özcan fallen dafür nach Verletzungen am Sprunggelenk zunächst aus, Daniel Didavi und Anastasios Donis werden dagegen spätestens nach der Länderspielpause zurückerwartet. "Ich glaube, dass der Kader definitiv reichen wird, um die Klasse zu halten", sagte Reschke. Doch dieser Glaube schwindet. Ganz anders die Eintracht, die nicht nur Reschke an eine "Spitzenmannschaft" erinnerte. Trainer Adi Hütter sah sich nach der "sehr, sehr klasse Leistung" genötigt, die Euphorie zu bremsen. "Wir halten den Ball flach. Wir haben den zehnten Spieltag, ich vergesse nicht, wo wir herkommen."

Quelle: n-tv.de, Marco Mader, sid

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