Die unabhängige Fußballaufsichtsbehörde in England (IFR) schlägt Alarm: Die Finanzlage der meisten Klubs ist laut eines Berichts "extrem angespannt, wobei die Mehrheit der Vereine am Rande des finanziellen Ruins steht". Darüber berichtet unter anderem die BBC. 94 Prozent aller Klubs der obersten Ligen schreiben demnach Verluste.
Die Statistiken sind verheerend: 60 Prozent der Teams in der 2. bis 5. Liga seien "technisch insolvent". Selbst wenn die Spieler dort kostenlos spielen würden, schrieben 17 Klubs immer noch Verluste. 60 Prozent aller Klubs hätten keinen Businessplan. Es handle sich um ein sehr, sehr riskantes Szenario, heißt es. Aber: Es sei auch noch nicht zu spät, den englischen Fußball zu retten.
Die IFR schreibt laut BBC, dass das Liga-Fundament der Fußball-Pyramide einem enormen Druck ausgesetzt sei und dringend Reformen benötigt. Der Bericht solle daher als Weckruf für alle Beteiligten dienen. Zwei Drittel der Klubs hätten nur Geld für die kommenden 30 Tage zurückgelegt, heißt es weiter. "Wenn der Eigentümer nicht zahlt, sind die Teams pleite", zitiert die BBC den Chef der Aufsichtsbehörde, David Kogan.
Die Schere klafft auf der Insel
Neben der fehlenden wirtschaftlichen Voraussicht liegt das Problem ohnehin woanders. Obwohl schon seit Jahren darüber gesprochen werde, gebe es zwischen der Premier League und den vier Ligen darunter kein Abkommen, wie das Geld aus der obersten Spielklasse mit dem Liga-Fundament geteilt werde, schreibt die BBC. Die IFR dringt darauf, daran etwas zu ändern. Im Zweifel würde die Behörde einfach selbst Regeln beschließen, "sollte der Fußball keine Lösung finden".
Die Premier League ist nicht nur ihren europäischen Konkurrenten völlig enteilt, sondern auch im Vergleich der heimischen Ligen in einer eigenen Welt. Denn dort ist das Geld vorhanden: Alleine in diesem Transfersommer gab die Premier League fast vier Milliarden Euro für neue Spieler aus. Der IFR-Bericht hat herausgefunden, dass der durchschnittliche Premier-League-Klub das Achtfache eines durchschnittlichen Zweitligisten verdient. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Bundesligist hat viermal mehr Einnahmen als ein Zweitligist.
Die IFR ist eine staatliche Aufsichtsbehörde für den professionellen Männerfußball in England. Sie soll die finanzielle Stabilität der Klubs sichern - und gleichzeitig Fans und die Communitys stärken. Sie überwacht die ersten fünf Ligen und soll dabei strukturelle Risiken eingrenzen. Dabei arbeitet sie mit den Teams, dem englischen Verband FA, und den Ligen zusammen. Die IFR wurde im Rahmen des "Football Governance Act" 2025 einberufen.


