Infantino unter Druck

Wird der FIFA-Friedenspreis nach Trump direkt wieder eingestampft?

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Vielleicht wird der FIFA Peace Prize nie wieder vergeben. (Foto: IMAGO/Kyodo News)
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16.10.2026 | 16:19 Uhr
Nun erhöht sich auch innerhalb der FIFA der Druck auf Gianni Infantino: Ranghohe Mitglieder des Weltverbands fordern ihren Präsidenten auf, den Friedenspreis einzustampfen und grundlegend zu verändern. Nun kommt es auf einen Ausschuss an.

Vor knapp einem Jahr, am 5. November 2025, nahm die FIFA den Mund wieder einmal gehörig voll. Der FIFA Peace Prize wurde ins Leben gerufen und Präsident Gianni Infantino merkte an: "In einer zunehmend unruhigen und gespaltenen Welt ist es von grundlegender Bedeutung, den herausragenden Beitrag derjenigen anzuerkennen, die sich unermüdlich dafür einsetzen, Konflikte zu beenden und Menschen im Geiste des Friedens zusammenzubringen."

Der Friedenspreis, so teilte der Fußball-Weltverband damals mit, ohne mit Fans oder auch nur Nationalverbänden konsultiert zu haben, werde "im Namen aller Fußballfans aus aller Welt verliehen - das sind mehr als fünf Milliarden Menschen weltweit". Außerdem werde er "jährlich" vergeben. Doch lediglich elf Monate später könnte Donald Trump als einziger Preisträger in die Geschichte eingehen - und der Peace Prize komplett eingestampft werden.

Jury, Kriterien, Transparenz?

Infantino wurde auf der Sitzung des FIFA-Rates in Zürich am Donnerstag aufgefordert, entweder umfassende Änderungen vorzunehmen oder die umstrittene Auszeichnung abzuschaffen. Es wurde beschlossen, dass der Ausschuss für soziale Verantwortung des Dachverbands nun damit beauftragt wird, den Preis und seine Bestehung zu prüfen. Wie Medien übereinstimmend berichteten, forderten mehrere Ratsmitglieder die Abschaffung der Auszeichnung, während andere eine Entpolitisierung des Preises verlangten. Der Ausschuss soll vor der nächsten Ratssitzung am 16. Dezember in Doha eine Empfehlung abgeben.

Im Rahmen dieser Bewertung könnte der Ausschuss beschließen, dass der Preis nicht mehr an Politiker vergeben wird. Alternativ könnte er beschließen, dass er ganz abgeschafft werden soll. Entschieden ist aber noch nichts.

Schon vor der ersten Vergabe war der FIFA-Preis aus vielen Richtungen kritisiert worden. Nach der Vergabe an US-Präsident Trump umso mehr. Vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada bezeichnete die im Bereich "Global Initiatives" zuständige Direktorin von Human Rights Watch, Minky Worden, im Interview mit ntv.de, den Preis als "Form der Korruption". Sie kritisierte, dass es weder Nominierte noch eine Jury noch Kriterien für die Preisvergabe gegeben habe. Ob es nun auch dahingehend und in Sachen der Transparenz Änderungen gibt, wird sich zeigen.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe