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Jagdszenen auf dem FeldZweitliga-Eklat: Vermummte Dynamo-Fans sorgen für schockierende Bilder

04.04.2026, 21:17 Uhr
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Eine Hundertschaft der Polizei ist auf dem Rasen des Dresdner Stadions. (Foto: dpa)

Schockierende Szenen in Dresden: Nach Fan-Ausschreitungen ist das Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Dynamo und Hertha BSC unterbrochen worden. Vermummte Dresden-Fans drängen zum Gäste-Block.

Beim Skandal-Spiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (Endstand 0:1, Eigentor Alexander Rossipal) haben auf den Platz stürmende Fans für eine Unterbrechung gesorgt. Erst brannten beide Fanlager Pyrotechnik ab. Dann sprangen plötzlich Hertha- und Dynamo-Anhänger über die Zäune. Die Dresdner Anhänger rannten sogar quer übers Spielfeld in Richtung Hertha-Fanblock.

Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Zweitliga-Begegnung unterbrechen und schickte die Teams nach den Krawallen in die Kabine. Unterdessen versuchten Polizisten, die Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block zu drängen. Aus dem Block der Berliner wurden zudem Fackeln geworfen. Das sorgte für zusätzliche Eskalationen. Die Polizei erreichte erst danach den Block.

Dynamo-Kapitän versucht, zu vermitteln

Mehr als 100 Polizisten blieben dann in der Dynamo-Hälfte in zwei großen Reihen mit Blick in den Ultrablock stehen. Die Stimmung im Rudolf-Harbig-Stadion war extrem aufgeheizt. Der gelbgesperrte Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte, zu vermitteln und zu schlichten. Eine halbe Stunde nach Anpfiff zogen die Polizisten wieder vom Rasen ab. Der Stadionsprecher verkündete, dass die Partie fortgesetzt werden soll. Jablonski pfiff schließlich - offiziell - in der 19. Minute wieder an.

Schon nach drei Minuten musste die Begegnung erstmals unterbrochen werden. Die Herthaner zündeten Pyro mit blau-weißem Rauch in ihrem Gäste-Block, Dynamos Anhänger ein Feuerwerk hinter dem Ultra-Block außerhalb des Stadions. Nach wenigen Minuten setzte Jablonski die Begegnung bis zur zweiten Unterbrechung fort. Ob auch ein Abbruch im Raum stand, blieb zunächst unklar.

"Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock"

Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sagte bei Sky: "Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, weil wie gesagt, wir wollen Fußball spielen und nichts anderes." Gonther mochte nicht beurteilen, ob die Polizei zu spät eingegriffen habe. "Aber sie waren ja dann trotzdem rechtzeitig mit viel Präsenz drin."

Zum Anlass der Szenen erklärte Dynamos Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann bei RTL, es sei "wohl eine Fahne vom Gastverein weggegangen". Er verurteilte die Vorgänge. "Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will." Es habe seit Wochen einen Austausch auch mit der Politik in Sachen Sicherheit gegeben. "Es ist klar, dass wir das als Verein nicht sehen wollen und verabscheuen." Nach dem Bannerklau hingen die Herthaner Ultras ihren weiteren Fahnen ab und verließen das Stadion.

"Das ist nicht das, wofür wir stehen"

Angesichts der aktuell intensiven Diskussionen über verschärfte Stadionverbotsrichtlinien seien die Vorkommnisse "ein ganz großer Schuss in den Ofen, vollkommen daneben", sagte Zimmermann: "Das ist nicht das, wofür wir stehen, arbeiten und kämpfen. Das wollen wir nicht sehen." Ein Abend wie dieser helfe "überhaupt nicht weiter" in der Diskussion.

So sahen das auch die Hertha-Verantwortlichen. "Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst", sagte Geschäftsführer Peter Görlich: "Ich kann mich nur bei allen Beteiligten im Stadion entschuldigen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Wertegerüst. Wir sind für eine lebendige Fankultur. Aber sobald Gewalt im Spiel ist und man auf die Idee kommt, andere Menschen mit Pyrotechnik zu beschießen, hört es bei mir auf."

Man sollte in der Diskussion um die Stadionverbotsrichtlinien aber "nicht den Fehler machen, alles zu pauschalisieren und diese Thematik direkt hiermit zu verknüpfen", führte Görlich aus. Aber man müsse sich "schon fragen, wo ist die Argumentationslinie, dass man darüber noch sprechen kann. Uns gehen langsam die Argumente aus."

Quelle: ntv.de, tno/sid/dpa

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