Fußball-WM 2018

Kramaric, Rebic und Badelj Kroatiens Stars zocken um eigene Zukunft

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Andrej Kramaric im Scheinwerferlicht, Ante Rebic stand gegen Russland ausnahmsweise nur im Hintergrund. Ihre sportliche Zukunft ist ungewiss.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kroatien wittert bei der WM den historischen Erfolg. Starke Leistungen machen die Spieler interessant für größere Klubs. Treuebekenntnisse zu ihren aktuellen Vereinen: Fehlanzeige. Stattdessen wird gepokert, denn mit jedem Spiel steigt der Marktwert.

Sie sind begehrt, die kroatischen Bundesligaakteure Ante Rebic und Andrej Kramaric. Im Vergleich zu ihren Kollegen in der Startelf spielen sie nicht bei Real Madrid, Juventus Turin oder dem FC Liverpool. Bei Vereinen dieser Größenordnung könnten sie aber in der kommenden Saison unterkommen - Treuebekenntnisse zu ihren aktuellen Arbeitgebern versuchen sie jedenfalls zu vermeiden.

Seine Zukunft bei der TSG Hoffenheim lässt Kramaric trotz eines laufenden Vertrages weiter offen. "Wir werden sehen", sagte der Stürmer nach dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale gegen Russland mit einem Augenzwinkern auf die Frage, ob er nächste Saison noch beim Bundesligisten aus dem Kraichgau spielen werde. Sein Kontrakt bei der TSG läuft immerhin noch bis zum 30. Juni 2020.

Kramaric hatte am Samstagabend in Sotschi den 1:1-Ausgleich für seine Mannschaft erzielt. Es war sein erstes Turniertor bei seinem vierten Einsatz, allerdings hatte er auch im Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen Dänemark getroffen. Seinen Marktwert bei der Weltmeisterschaft hat er in jedem Fall weiter gesteigert, nachdem er zuvor schon bei der TSG eine starke Rückrunde gespielt hatte und ihm insgesamt 13 Saisontore gelungen waren.

Sein Verein bleibt ruhig, obgleich sie im Kraichgau wissen, dass die TSG nicht die Endstation für den 27-Jährigen sein wird. "Wir sind stolz, dass einer unserer Jungs im Halbfinale der WM steht", sagte Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen. Zur Vertragssituation seines Torjägers sagte Rosen nur: "Nach der WM ist für Andrej erst mal Urlaub angesagt und dann freuen wir uns, wenn er wieder zu uns stößt." Über eine Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro hatte bereits die "Sport Bild" berichtet.

SGE zeigt sich bei Rebic gesprächsbereit

Da klingen die Töne aus Frankfurt bezüglich des Bundesliga-Kollegen Ante Rebic schon anders. Bei der Eintracht sei man gesprächsbereit, sollte das Angebot stimmen. "Wenn die Situation kommt, dass er sich woanders sieht nach der WM, werden wir schauen, dass wir das wirtschaftlich beste Ergebnis erzielen", sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner. Konkrete Anfragen gebe es zwar noch keine, die Interessenten würden zunächst "die WM abwarten. Da wird sicher noch was kommen", ist sich Hübner sicher.

Ein ehemaliger Bundesligaakteur muss sich mit derartigen Vereinsrochaden nicht wirklich auseinandersetzen. Der ehemalige HSV-Spieler Milan Badelj hat vier erfolgreiche Jahre beim AC Florenz in der Serie A hinter sich und seinen Vertrag in der Toskana nicht verlängert. Er kann sich seinen künftigen Arbeitgeber selbst aussuchen.

Die Leistung im dritten WM-Gruppenspiel gegen Island, inklusive Tor und Vorlage, wird auch seinen Marktwert aufgebessert haben. Und Badelj geht mit Bedacht vor. Ein Vertragsangebot des AC Milan mit einem Jahressalär von 2,5 Millionen habe er italienischen Medien zufolge vor WM-Beginn bereits ausgeschlagen. Es wird wohl sein letzter großer Vertrag. Rebic und Kramaric stehen nach ihren WM-Auftritten dagegen wohl vor ihrem ersten ganz großen Engagement.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/sid

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