Texans gehen voll ins Risiko

Enttäuschendes Megatalent Harrison bekommt ganz große Chance

imageVon Marcus Blumberg
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Marvin Harrison Jr. bekommt in Houston die Chance auf einen Neuanfang. (Foto: IMAGO/Icon Sportswire)
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14.10.2026 | 18:21 Uhr
Vor zwei Jahren noch galt Marvin Harrison Jr. als eines der größten Talente im Football. Bei den Arizona Cardinals kommt er jedoch nie so richtig an. Ein Trade zu den Houston Texans könnte ihn nun zu alter Stärke finden lassen.

Die Houston Texans traden Wide Receiver Marvin Harrison Jr. von den Arizona Cardinals. Ein Move, der vor etwas mehr als zwei Jahren noch völlig undenkbar erschien und nun ein großes Risiko für die Texaner darstellt. Der Preis ist hoch: Houston schickt einen Zweitrunden- und einen Siebtrundenpick im Draft 2027 in die Wüste. Im Gegenzug erhalten sie noch einen Sechstrundenpick der Cardinals im selben Draft.

Was man über Harrison wissen muss, abgesehen davon, dass sein Name zum Hochadel der NFL gehört - sein Vater Marvin Harrison ist ein Mitglied der Hall of Fame und einer der besten Wide Receiver 90er und 00er Jahre -, ist, dass er 2024 als Megatalent gehandelt wurde. In einer Draft-Klasse, in der auch Malik Nabers (New York Giants) in den Top 10 gezogen wurde, galt Harrison als sicherste Wette für die Zukunft. Er ging an Position 4 zu den Cardinals und war damit der erste Nicht-Quarterback dieser Klasse. Die Top 3 waren Caleb Williams (Chicago), Jayden Daniels (Washington) und Drake Maye (New England).

Doch nicht nur ragte er nicht in seiner ersten Saison unter allen Neulingen heraus, er brauchte auch einige Zeit, um wirklich in Schwung zu kommen. Mehr noch: seine zweite Saison war schlechter als die erste. Verletzungen und die Tatsache, dass Quarterback Kyler Murray ausfiel, waren dabei auch Faktoren, doch nachdem auch der Start in seine dritte Saison problematisch verlaufen war - er schaffte es kaum, sich von seinen Gegenspielern zu lösen und wurde auch nicht wirklich von QB Jacoby Brissett gesucht -, hatten selbst die seit einigen Jahren notorisch schlechten Cardinals genug.

Der Trade, an dem wohl auch andere Teams interessiert waren, bringt Harrison nun zu den Houston Texans, die seit einiger Zeit mit argen Verletzungsproblemen unter den Wide Receivern zu kämpfen haben. Offensive ist zudem nicht unbedingt die ganz große Stärke Houstons. Sie haben jedoch jemanden, den die Cardinals nicht hatten: einen Quarterback, der mit Harrison nachweislich harmoniert: C.J. Stroud.

Wiedersehen mit C.J. Stroud

Beide kommen von der Ohio State University und spielten dort 2021 und 2022 zusammen. 2022 war wenig zufällig Harrisons beste Saison am College mit 77 Receptions für 1263 Yards und 14 Touchdowns. Wenn also einer weiß, wie er das Beste aus diesem Spieler herauskitzeln kann, dann Stroud. "Ein dynamischer Playmaker, der hervorragende Routes läuft. Er kann praktisch jeden Ball fangen … Schon am College war ich begeistert von ihm. Er arbeitet wahrscheinlich härter als jeder andere, mit dem ich in meinem Leben je zu tun hatte", sagte Stroud am Sonntag angesprochen auf seinen neuen alten Teamkollegen.

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Gegen drei: NFL-Star fängt unglaublichen Touchdown

Zugegeben, Harrison überragte auch 2023 noch mit deutlich schlechteren Quarterbacks als Stroud. Damals wurde er zum Offensivspieler des Jahres in der Big Ten Conference gewählt. Doch Stroud ist dennoch Harrisons idealer Partner. Was ebenso für Harrison als Erfolg in Houston spricht? Anders als in Arizona wird er jetzt wohl nicht mehr so konsequent im Fokus der gegnerischen Defense stehen. Auch wenn es für ihn nicht lief, waren die Augen dennoch auf ihn gerichtet. Die Texans jedoch haben mit Nico Collins eine klare Nummer eins, die besondere Bewachung erfordert. Auch das könnte Harrison helfen, diesmal nachhaltig Fuß zu fassen.

Was den hohen Preis für einen bislang enttäuschenden Spieler betrifft, darf man indes von einem hohen Risiko sprechen. Die Texans stehen bei einer Bilanz von 1-4 und ihre Playoff-Chancen liegen nur noch bei 19 Prozent gemäß des Prognose-Modells von "The Athletic". Und sollten sie diese wirklich verpassen, hätten sie 2027 in einem mutmaßlich tiefen Draft keinen frühen Pick am zweiten Tag. So ein Move könnte eine Franchise also ganz schnell noch weiter zurückwerfen. Finanziell jedoch ist die Bürde gering. In diesem Jahr zahlt man Harrison weniger als 800.000 Dollar für den Rest der Saison und 2027 sind es auch moderate rund 5,6 Millionen Dollar.

Schlägt er jedoch ein und die Texans reißen das Ruder noch herum in dieser Saison, sind sie sehr gut aufgestellt für die Zukunft. Das Potenzial jedenfalls hat Harrison, nur abrufen muss er es in der NFL.

Verwendete Quelle: ntv.de