Kehrtwende der NFL

"Saft-Mann" sorgt für Revolution: Imaginäres Trinken doch kein Delikt

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Muss nun doch nicht zahlen: Kyle Juszczyk. (Foto: AP Photo/Kelley L Cox)
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08.10.2026 | 09:44 Uhr
Die NFL bittet gleich mehrere Spieler, darunter Kyle Juszczyk, für eine "geschmacklose" Jubelgeste zur Kasse. Jetzt die Kehrtwende: Da es sich nicht wie angenommen um imaginäres Bier handelte, ist nun alles wieder gut.

Die NFL hat einen teils willkürlich wirkenden Strafenkatalog für mitunter recht harmlose Dinge wie Ausrüstungsstücke in der falschen Farbe oder eben Jubelgesten, die sie für unangebracht hält. Das wurde jüngst deutlich, als gleich mehrere Spieler nach Touchdowns eine Trinkgeste machten. Die NFL ging davon aus, dass die Spieler hier imaginäres Bier zu sich nahmen, was ihrer Auffassung nach eine "anstößige Demonstration" darstellte, die "vernünftigerweise als geschmacklos ausgelegt werden" könnte. Dafür gab es Geldstrafen.

Einer der vermeintlichen Täter war dabei Fullback Kyle Juszczyk von den San Francisco 49ers, dessen Spitzname "Juice" (Saft) lautet. Entsprechend verwies er zu seiner Verteidigung auch darauf, dass er lediglich imaginären Saft zu sich nahm und keinesfalls Bier. Juszczyk sagte nur lapidar: "Ich trinke nicht einmal Bier."

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Ebenfalls zu Geldstrafen verdonnert wurden Colts-Guard Matt Goncalves und Cowboys-Tight-End Jake Ferguson, der in seiner Beschwerde gegen die Bestrafung die Ironie des Ganzen anmerkte: Die NFL hat in jeder TV-Übertragung unzählige Werbespots seines Bier-Sponsors Bud Light, weshalb es schon etwas fragwürdig ist, warum ein Spieler nicht so tun dürfte, ein solches zu trinken.

NFL nimmt Strafen zurück

Die NFL zog die Strafen gegen Juszczyk und Ferguson mittlerweile zurück und gab zusammen mit der Spielergewerkschaft NFLPA ein Statement ab, in dem erklärt wird, dass sich beide Seiten auf einen Kompromiss und klarere Richtlinien für nicht erwünschte Jubelgesten geeinigt haben. "Die ligaweiten Richtlinien geben den Spielern mehr Klarheit darüber, wie sie jubeln können, ohne gegen die Regeln zu verstoßen", heißt es im Schreiben.

Konkret sind immer noch drei Arten von Jubel verboten, die eine 15-Yard-Strafe für unsportliches Verhalten nach sich ziehen. Ebenfalls sind Geldstrafen dafür möglich:

  • Gesten, die Gewalt darstellen, inklusive der Nutzung von Schusswaffen, anderen Waffen und Banden-Zeichen

  • Gesten, die rauchen oder Drogenkonsum andeuten

  • grundlegend sexuelle Gesten

Zudem einigte man sich darauf, dass bei Aktionen, die in einer Grauzone sind, zunächst die Spieler kontaktiert werden, ehe man über disziplinarische Maßnahmen befindet. Bei den 49ers jedenfalls nimmt man die Nachricht positiv auf. Linebacker Fred Warner kommentierte augenzwinkernd: "Ich schätze, ich muss mir für diese Woche ein paar Jubelaktionen rund um Getränke überlegen." Und: "Für Juice ist das großartig, weil er schon seit Jahren auf dieselbe Weise jubelt. Aber ja, Mann, wir wollen da draußen einfach ein bisschen Spaß haben. Darum geht es in dieser Liga."

Verwendete Quellen: ntv.de, mbl