Nach Wett-Skandal

NFL schlägt kontroversem Quarterback die Tür zu

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Brendan Sorsby wird 2026 wohl doch nicht in der NFL spielen. (Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire)
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23.06.2026 | 21:48 Uhr
Der durch ein Wett-Geständnis in Verruf geratene ehemalige College-Football-Quarterback Brendan Sorsby wollte über einen Umweg in der kommenden Saison in der NFL spielen. Dieses Vorhaben wird ihm nun verwehrt.

Für Brendan Sorsby gibt es in der kommenden Saison keinen Weg in die NFL. Der ehemalige College-Football-Quarterback hat sich dies selbst verbaut. Sorsby hatte am Dienstag offiziell und fristgerecht einen Antrag auf eine Teilnahme am selten durchgeführten Supplemental Draft der NFL eingereicht. Dabei handelt es sich um eine Art Hintertür für Spieler, die ihre Spielberechtigung fürs College erst nach dem regulären NFL Draft, der traditionell im April abgehalten wird, verlieren. Sorsby hatte gehofft, auf diesem Wege doch noch den Weg in die NFL für die Saison 2026 zu finden. Die NFL jedoch schob dem Versuch einen Riegel vor.

Wie ESPN berichtet, teilte die NFL Sorsby ihre Entscheidung in einem Brief mit, der dem Sportsender vorliegt. "Deine Petition - eingereicht erst drei Werktage vor Fristablauf, ohne jegliche unterstützenden Informationen oder Unterlagen und zudem erst nachdem du deine jüngsten gerichtlichen Schritte zur Abwendung von NCAA‑Sanktionen aufgegeben hast - bietet keine Grundlage für die Liga, diese Planungen zu ändern", hieß es im Schreiben.

Sorsby hatte öffentlich zugegeben, dass er Tausende von Wetten auf College- und Profi-Spiele im Wert von mindestens 90.000 Dollar platziert hatte, als er 2022 noch Spieler der University of Indiana war. Er wettete sogar auf Spiele seiner Hoosiers - besteht aber darauf, dass es keine Partien waren, an denen er selbst beteiligt war.

Sorsby hat auf weitere rechtliche Schritte verzichtet

Daraufhin wurde er von der College-Sport-Dachgesellschaft NCAA sowie der Big 12 Conference, in der sein eigentlich neues Team, Texas Tech, spielt, für die kommende Spielzeit gesperrt. Vor Gericht erwirkte er jüngst eine einstweilige Verfügung gegen diesen Beschluss, entschied in der vergangenen Woche aber doch, auf ein fünftes Jahr am College - nach zwei Jahren in Indiana und zwei in Diensten von Cincinnati - zu verzichten und den Weg Richtung NFL einzuschlagen. Zu groß war ihm seinerzeit offenbar das Risiko, dass er ultimativ doch eine Niederlage vor Gericht einstecken könnte, da beide Organisationen rechtliche Schritte ihrerseits angekündigt hatten.

Der von Larry Ferazani, dem General Counsel des NFL Management Council, unterzeichnete Brief führt weiter aus, dass seine Petition weder "Verantwortung für dein Verhalten erkennen lässt, noch deutlich macht, ob und wie du die Regeln und Richtlinien der Liga zur Wahrung der Integrität des Wettbewerbs einhalten würdest".

Ferazani fuhr fort: "Stattdessen hast du - selbst nachdem du im Mai von der NCAA‑Entscheidung über den Entzug deiner College‑Spielberechtigung erfahren hast - versucht, die Folgen dieser Entscheidung durch gerichtliche Schritte abzuwenden, anstatt Verantwortung für dein Handeln zu übernehmen, und hast den Weg in die NFL erst gesucht, nachdem du diese Bemühungen aufgegeben hattest."

Und: "Wie Commissioner Goodell betont hat, ist die Teilnahme an der NFL ein Privileg, das mit erheblichen Pflichten einhergeht - einschließlich Verantwortungsbewusstsein. Nach allem, was man hört, bist du ein talentierter Spieler mit Potenzial für zukünftigen Erfolg. Wir ermutigen dich, dich darauf zu konzentrieren, dich auf einen möglichen Einstieg in die NFL über den NFL Draft 2027 vorzubereiten."

Umweg über die CFL?

Zwar kann Sorsby damit 2026 nicht in der NFL und geltenden NCAA-Regeln auch nicht mehr am College spielen, doch wäre es ihm wohl möglich, in der kanadischen CFL zu spielen, bis es dann zum kommenden NFL Draft geht. Ganz aufgegeben hat Sorsby sein NFL-Vorhaben für dieses Jahr aber offenbar noch nicht. Reporter Albert Breer von "The MMQB" nämlich zitiert Sorsby Anwalt Jeffrey Kessler mit den Worten: "Dies ist ein rechtswidriges Vorgehen der NFL und verstößt gegen das Tarifabkommen (CBA). Wir werden diese Angelegenheit vor die Spielergewerkschaft NFLPA bringen." Kessler selbst arbeitet bereits seit Jahrzehnten mit der NFLPA zusammen und hat viel Erfahrung mit Rechtsstreits mit der NFL.

Die NFL hält nur sehr selten überhaupt Supplemental Drafts ab. Zuletzt war dies 2019 der Fall, als die Arizona Cardinals Safety Jalen Thompson mit einem Fünftrundenpick zog. Ob ein solcher Draft durchgeführt wird, liegt per CBA in der Verantwortung der Liga und sie hat mit dieser Entscheidung offenbar ein Exempel statuiert - Verstöße gegen Wett-Richtlinien ist für sie ein schweres Vergehen - und sie sendet eine klare Botschaft an die restlichen aktuellen und zukünftigen Spieler der Liga mit diesem Schritt.

Verwendete Quellen: ntv.de, mbl