Olympia-Debütantin wird Zweite"Unfassbar": Deutsche Skeleton-Frauen fliegen zu Silber und Bronze

Der Eiskanal-Angriff auf Gold ist gescheitert: Die deutschen Frauen belegen im Skeleton bei den Winterspielen die Plätze zwei bis vier. Nach vier starken Durchgängen ist die Österreicherin Janine Flock jedoch uneinholbar - und schließt ihren Frieden mit Olympia.
Medaillenrausch im Eiskanal: Die deutschen Skeleton-Pilotinnen Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer haben den Erfolgslauf der deutschen Schlittensportler in Cortina d'Ampezzo fortgesetzt und bei den Olympischen Spielen Silber und Bronze gewonnen. Einen Tag nach den Medaillencoups von Axel Jungk (Silber) und Christopher Grotheer (Bronze) raste die frühere Weltmeisterin und Olympiadebütantin Kreher etwas überraschend auf Rang zwei und musste sich nur der überragenden Janine Flock aus Österreich geschlagen geben.
Die als Mitfavoritin gestartete Pfeifer sicherte sich acht Jahre nach Olympiasilber in Pyeongchang die Bronzemedaille. Peking-Olympiasiegerin Hannah Neise verpasste das Podium als Vierte knapp. "Das sind tolle Leistungen, dass wir im Skeleton mit vier Medaillen rausgehen. Das ist unfassbar", sagte Verbandschef Thomas Schwab und freute sich besonders für Kreher: "Sie muss das, glaube ich, erst noch verarbeiten. Es freut mich natürlich riesig. Mannschaftlich war das tipptopp. Mit der Janine Flock haben wir eine verdiente Siegerin, sie war viermal die Beste."
Für die herausragenden deutschen Schlittensportler sind es im Eiskanal die achte und neunte Medaille im siebten Rennen. Die Rodler um Deutschlands Rekord-Winterolympioniken Tobias Wendl und Tobias Arlt hatten mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze eindrucksvoll vor-, die Skeletonis Jungk und Grotheer am Freitag nachgelegt. Eine weitere Medaillenchance gibt es für Jungk, Grotheer, Kreher und Pfeifer im erstmals olympischen Mixed-Team am Sonntagabend.
Ein überraschendes Ergebnis
Die 36 Jahre alte Flock feierte bei ihren vierten Olympischen Spielen derweil ihr erstes Gold und sorgte für den ersten österreichischen Sieg im Eiskanal von Cortina. Sie war bereits mit einem knappen Vorsprung vor den deutschen Pilotinnen in den zweiten Wettkampftag gegangen.
Ein derart starkes Mannschaftsergebnis war bei den deutschen Skeleton-Frauen nicht zu erwarten gewesen. Kreher vom Dresdner SC hatte die Weltcupsaison nur auf dem sechsten Rang beendet, feierte aber ein gelungenes Olympiadebüt.
Pfeifer von der RSG Hochsauerland, die 2018 in Pyeongchang noch unter ihrem Mädchennamen Lölling aufs Treppchen gefahren war und den Weltcup in Cortina Anfang November gewonnen hatte, war als Goldanwärterin an den Start gegangen. Mit Flock konnte sie aber nur bei ihrem Bahnrekord im zweiten Lauf mithalten. Die Winterbergerin Neise (25) ging vier Jahre nach ihrem Überraschungsgold von Peking trotz starker Vorstellung leer aus.