Olympia

"Noch eine allerletzte Chance" Mihambo springt im letzten Versuch zu Gold

21 Jahre nach Heike Drechsler hat Deutschland wieder eine Weitsprung-Olympiasiegerin: Malaika Mihambo triumphiert in Tokio mit 7,00 Metern. Der Goldsprung gelingt der Weltmeisterin in einem packenden Finale im letzten Versuch.

Der Weltmeisterin Malaika Mihambo ist im Weitsprung-Krimi von Tokio eine goldene Punktlandung gelungen. Im Olympia-Finale triumphierte die 27-Jährige von der LG Kurpfalz im letzten Versuch mit 7,00 Metern. Silber sicherte sich die bis zum fünften Durchgang führende viermalige Weltmeisterin und London-Olympiasiegerin Brittney Reese aus den USA vor der Weltjahresbesten Ese Brume aus Nigeria (beide 6,97 Meter). Es ist die zweite Medaille für die deutschen Leichtathleten nach Silber der Potsdamer Diskuswerferin Kristin Pudenz.

"Der Wettkampf hört erst nach dem sechsten Versuch auf. Wichtig war, den Glauben nicht zu verlieren. Ich wusste, ich kriege noch eine allerletzte Chance", sagte Mihambo, die in einer Hitzeschlacht bei 36 Grad am Vormittag in Tokio ein unglaubliches Auf und Ab erlebte, im ZDF. Vor dem letzten Durchgang hatte sie mit 6,95 Metern noch auf Platz drei gelegen.

Monatelang war es alles andere als sicher, ob der zweimaligen "Sportlerin des Jahres" überhaupt der große Gold-Coup gelingen würde. Vergeblich hatte sie auf dem Weg zum Medaillenkampf nach dem perfekten Timing zwischen Anlauf und Absprung gesucht, um erneut die Sieben-Meter-Barriere zu überwinden. Anfang Juli gelang ihr dann in Stockholm endlich der erhoffte Sprung auf 7,02 Meter - wenn auch mit zu viel Windunterstützung.

Während Mihambo nach ihrem 7,30-Meter-Satz bei der WM 2019 in Doha lange wie schwerelos über sieben Meter geflogen war, ging ihr nach der Pandemie-Pause die Leichtigkeit des Springens verloren. Die Verkürzung des Anlaufs zur Schonung ihres lädierten Rückens von 20 auf 16 Schritte und die Rückkehr zum langen Anlauf gerieten bis nahe an Olympia heran zur Zitterpartie.

"Der Körper vergisst nichts"

Eine Erlösung war deshalb, dass die Olympia-Vierte von Rio in der Qualifikation in Tokio mit 6,98 Metern sicher in das Finale einzog und so weit kam, wie zuvor in der ganzen Saison nicht. "Ich war mir sicher, dass die Weiten auch kommen, wenn ich mal auf dem Brett bin", sagte Mihambo - sogar auf eine ähnliche Weite wie bei der WM vor zwei Jahren: "Der Körper vergisst nichts."

Mailaika Mihambo ist die vierte deutsche Olympiasiegerin im Weitsprung seit 1948. Bei den Sommerspielen 1972 in München gewann Heide Rosendahl-Ecker das erste Gold. Vier Jahre später gelang dies Angela Voigt in Montreal für die damalige DDR. Einen Doppelerfolg feierte Heike Drechsler 1992 in Barcelona und 2000 in Sydney. Die heute 46-Jährige war immer überzeugt, dass Mihambo ihre Nachfolge antreten kann und gab ihr dafür einen simplen Rat: "Sie muss es nur aufs Brett bringen."

Quelle: ntv.de, ino/sid

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