Olympia

"Hat uns das Genick gebrochen"DEB-Team fliegt mit böser Ohrfeige aus Olympia-Turnier

18.02.2026, 14:39 Uhr
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Jubel bei der Slowakei, Frust beim DEB-Team. (Foto: IMAGO/AFLOSPORT)

Aus der Traum von einer Medaille: Die deutschen Eishockey-Männer fliegen haushoch aus dem olympischen Viertelfinale. Gegen die Slowakei setzt es eine bittere Klatsche, die schon früh feststeht. Auch die Riege an NHL-Topstars kann nicht helfen.

Offensiv zu harmlos, defensiv überfordert: Der zarte Medaillentraum von Leon Draisaitl und Co. ist laut geplatzt, die nominell stärkste deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Geschichte im olympischen Viertelfinale an der Slowakei klar mit 2:6 (0:1, 1:3, 1:2) gescheitert. Statt es als frecher Underdog im Kampf um Edelmetall mit den Top-Nationen aufzunehmen, steht nach einer Turnierleistung mit mehr Tiefen als Höhen die Heimreise an.

"Das waren heute einfach zu viele Fehler, ich weiß nicht, wie viele Konter wir zugelassen haben", sagte Draisaitl und zog ein bitteres Fazit seiner Olympia-Premiere: "Wir haben nie wirklich zu unserem Spiel gefunden. Wir sind verdient ausgeschieden." "Das zweite Drittel hat uns das Genick gebrochen", analysierte Frederik Tiffels. Draisaitl fügte hinzu: "Wir hatten eine Chance, die wir nicht genutzt haben. Sicher tut das weh."

Pavol Regenda (19., 41.), Milos Keleman, Oliver Okuliar (beide 25.), Dalibor Dvorsky (31.) und Tomas Tatar (56.) trafen für die flinken Slowaken, die Deutschland wie schon 2022 in Peking (0:4 in der Viertelfinal-Qualifikation) aus dem Turnier warfen. Lukas Reichel auf Vorlage von Draisaitl (35.) und Tiffels (51.) sorgten in Mailand für ein etwas erträglicheres Ergebnis.

Das DEB-Team, 2018 sensationell Silbermedaillengewinner, brachte zu selten im Turnier seine nominelle Power mit sieben NHL-Spielern um den einstigen MVP Draisaitl aufs Eis. Defensiv fehlte dem Team von Bundestrainer Harold Kreis die Qualität in der Breite. Goalie Philipp Grubauer musste zu oft eingreifen.

Grubauer hält die Mannschaft im Spiel

"Natürlich fliegen wir da hin, um eine Medaille zu holen", hatte Draisaitl vor der Reise nach Italien gesagt. Deutschlands bester Eishockey-Spieler der Geschichte stand seit seiner Ankunft im Fokus. Erst als deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier, dann als Kapitän und zentrale Figur auf dem Eis. Der Star der Edmonton Oilers rieb sich auf, kreierte Torchancen, doch ihm fehlte die Leichtigkeit - und dem Team der eine Moment, der eine positive Dynamik erzeugt.

Dabei hatte Deutschland Glück, als nach der Vorrunde die Karten neu gemischt wurden und das Turnier praktisch bei Null begann: Frankreich wurde in der Viertelfinal-Qualifikation trotz eines Durchhängers im Mitteldrittel 5:1 geschlagen. "Das Halbfinale ist zum Greifen", sagte Top-Verteidiger Moritz Seider anschließend über die Slowakei, die über weniger NHL-Breite verfügt als Kanada, die USA und Schweden, die es ebenfalls direkt in die Runde der besten acht geschafft hatten. Doch auch diese Hürde war eindeutig zu hoch.

Kreis wollte gegen die technisch und körperlich starken Slowaken um NHL-Star und Peking-MVP Juray Slafkovsky (Montréal Canadiens) eine stabile Defensive sehen. Auffälligster Spieler des DEB-Teams war zunächst aber Grubauer (Seattle Kraken), der allein in den ersten 20 Minuten stolze 17 Schüsse auf sein Tor bekam - während seine Vorderleute die wenigen guten Gelegenheiten ausließen.

Bittere Abwehrfehler beim DEB

Im zweiten Drittel begünstigten zwei leichte Abwehrfehler den slowakischen Doppelschlag binnen 33 Sekunden, die mehrheitlich slowakischen Fans in der Arena Santagiulia waren in Partylaune. Trotz des deutlichen Rückstands steckte Deutschland nicht auf, kam aber nicht mehr in Schlagdistanz.

Die Konstellation in dieser Mannschaft sei "historisch", hatte Kreis (Vertrag bis 2027) vor dem Spiel festgestellt: "Es sind alles Kumpels. Diese Mannschaft wird so wohl nicht wieder zusammenspielen." Bei der WM im Mai - inmitten der NHL-Playoffs - wird das deutsche Team ein anderes Gesicht haben.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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