Olympia

Gisin gewinnt letztes Kombi-Gold Vonn verpasst ihr Happy End bei Olympia

e746159d391d5873ce6e9ae184c19a9a.jpg

"Ich bin nur die alte Frau, die versucht, sich an eine Medaille zu klammern": Lindsey Vonn.

(Foto: REUTERS)

Lindsey Vonn bleibt in ihrem wohl letzten olympischen Skirennen ohne eine Medaille. Dabei verpasst sie eine unerwartete Chance. Das letzte goldene Edelmetall in der Kombination bei Winterspielen sichert Michelle Gisin aus der Schweiz - vor Mikaela Shiffrin.

Die Chance war da, etwas unerwartet, aber sie war da. Doch nach ein paar Sekunden zerstob der Traum von einem Happy End: Als Lindsey Vonn im letzten olympischen Wettbewerb ihrer schillernden Karriere im Slalom der alpinen Kombination einfädelte, war die Medaille futsch. Vonn hob die Arme in die Höhe, fuhr ins Ziel - und umarmte ihre drei glückliche Konkurrentinnen: Michelle Gisin aus der Schweiz, ihre amerikanische Landsfrau Mikaela Shiffrin und Wendy Holdener, ebenfalls aus der Schweiz.

3a374f0c1cf36c360cd6e276ad7c6498.jpg

Und noch eine Umarmung für die Siegerin, Michelle Gisin.

(Foto: REUTERS)

Wenige Augenblicke zuvor hatte Gisin bereits gejubelt - völlig zurecht: Die Schweizerin lag 0,97 Sekunden vor Top-Favoritin Shiffrin und 1,44 Sekunden vor Weltmeisterin Holdener, und klar war, dass Vonn zumindest Gold und Silber nicht mehr würde erreichen können. Sekunden später durfte auch Holdener aufatmen: Vonn schied nach einer starken Abfahrt aus, hatte aber ein Drittel des Vorsprungs auf die Schweizerin schon aufgebraucht.

Und so ganz hatte Vonn an diese letzte, plötzlich gegebene Chance wohl selbst nicht mehr geglaubt. "Ich bin nur die alte Frau, die versucht, sich an eine Medaille zu klammern", sagte die 33-Jährige zwischen Abfahrt und Slalom: "Es war bis jetzt ein super Tag. Es war ein super Abschluss für meine olympische Abfahrtskarriere." In der Tat war ihr eine Fahrt gelungen, die sie aber besser in der Spezialabfahrt gehabt hätte, als ihr Bronze blieb.

Shiffrin bleibt Gold im Riesenslalom

Bemerkenswert am Rande: Vonn hatte sich am Vorabend per Video die Siegesfahrt von Sofia Goggia aus Italien in der Spezialabfahrt mehrfach zu Gemüte geführt, prompt lag sie zur Halbzeit des alpinen Zweikampfs 0,74 Sekunden vor der Norwegerin Ragnhild Mowinckel, tags zuvor Zweite hinter Goggia und vor Vonn. Goggia wiederum hatte auf die Kombi verzichtet: "Es wurde sehr spät vergangene Nacht", ließ die italienische Mannschaft ausrichten.

Mit ein wenig sauertöpfischer Miene schritt Shiffrin zur Siegerehrung im Zielraum. Immerhin 1,21 Sekunden hatte sie nach der Abfahrt hinter Gisin gelegen, aber dennoch betont: "Um ehrlich zu sein, bin ich jetzt in einer ziemlich guten Ausgangsposition", jetzt könne sie ja befreit losfahren, ergänzte sie. Es war an diesem Tag zu wenig für Gisin, die eine ausgezeichnete Abfahrt fuhr und im Slalom die Nerven behielt.

Shiffrin bleibt Gold im Riesenslalom. Gisin wird nach den Siegen von Maria Höfl-Riesch 2010 und 2014 und neben dem Österreicher Marcel Hirscher das elfte und letzte Gold in den Händen halten, das bei Olympischen Spielen in der Kombination vergeben wurde. Der Wettbewerb, der einzige bei der olympischen Premiere der Alpinen 1936 in Garmisch-Partenkirchen mit den deutschen Siegern Christl Cranz und Franz Pfnür, wird in Peking aller Voraussicht nach nicht mehr ausgetragen. Ersetzt wird die Kombination wohl durch ein Parallel-Rennen.

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid

Mehr zum Thema