Auch Sinner ist weiter

Struff sorgt für Wimbledon-Überraschung, Djokovic für Historie

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Struff spielte furios auf. (Foto: IMAGO/Shutterstock)
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03.07.2026 | 18:38 Uhr
Dem Deutschen Jan-Lennard Struff gelingt die erste große Überraschung beim Tennis-Klassiker in Wimbledon. Gegen den favorisierten Daniil Medwedew spielt er groß auf - und siegt. Zu erwarten war das dagegen von Novak Djokovic und Jannik Sinner.

Jan-Lennard Struff hat für eine Überraschung in Wimbledon gesorgt und erstmals das Achtelfinale beim Rasenklassiker erreicht. Der Warsteiner gewann 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:5 gegen den früheren russischen Weltranglistenersten Daniil Medwedew, gegen den er vor zwei Jahren im All England Club noch in der dritten Runde gescheitert war.

"Es ist sehr wichtig für mich, ich bin sehr stolz und sehr glücklich", sagte Struff. "Es ist unglaublich". In allen drei Sätzen machte Struff einen Rückstand wett und bog im entscheidenden Durchgang sogar ein 2:5 um. 

Auch Novak Djokovic und Jannik Sinner bleiben im Titelrennen. Der serbische Star gewann gegen den Franzosen Arthur Rinderknech trotz eines Satzverlustes mit 7:5, 6:4, 1:6, 7:6 (7:4) und holte damit seinen 105. Sieg in Wimbledon. Damit hat er nun genauso viele auf dem Konto wie der zurückgetretene Schweizer Roger Federer. "Geschichte zu schreiben in diesem Sport ist eine große Ehre", sagte der siebenmalige Wimbledonsieger und witzelte: "Ich schlage ein Duell zwischen mir, Roger, und mir um die 106 vor." Derweil siegte Titelverteidiger Sinner souverän mit 6:4, 6:3, 6:4 gegen den US-Amerikaner Jenson Brooksby.

Struff behält entscheidend die Nerven

Struff feierte im zehnten Duell auf Tourlevel seinen erst zweiten Sieg gegen den US-Open-Sieger von 2021. Zuletzt hatte er sich vor fünf Jahren beim Heimspiel in Halle/Westfalen gegen den Vorjahres-Viertelfinalisten durchgesetzt. Zudem war es sein erster Erfolg in Wimbledon gegen einen Top-10-Spieler. Im Achtelfinale trifft der 36-Jährige nun auf Hubert Hurkacz aus Polen.

Struff hatte zum fünften Mal die dritte Runde von Wimbledon erreicht. Nach seiner Niederlage 2024 gegen Medwedew war er vor zwölf Monaten am spanischen Star Carlos Alcaraz gescheitert, der in diesem Jahr verletzt in London fehlt. Struff erreichte nun als 20. deutscher Tennisspieler in der Open Era das Achtelfinale im Männer-Einzel von Wimbledon und nähert sich in der Weltrangliste den Top 60.

Nur einen Tag nach Ende des 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7)-Nervenkrimis gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima - bei dem Struff sagenhafte 45 Asse serviert hatte - ging es für ihn auf Court 3 weiter. Und wieder arbeitete sich Struff mehrfach aus schwierigen Situationen heraus, holte immer wieder Rückstände in den Sätzen auf - und behielt in den engen Momenten die Nerven gegen den favorisierten Medwedew.

Djokovic hat Mühe

Djokovic will nach dem Sieg für die Geschichtsbücher auch nach Titeln mit Federer gleichziehen. Nach seinem starken Auftritt in Runde zwei gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas hatte Djokovic mit Rinderknech, der 2025 Alexander Zverev in der ersten Runde rausgeworfen hatte, aber deutlich mehr Mühe auf dem Centre Court.

Djokovic zog zum 18. Mal in das Achtelfinale an der Church Road ein. Dort wartet nun der Russe Roman Safiullin, der beim 6:3, 6:3, 6:3 überraschend deutlich gegen Joao Fonseca gewann. Das brasilianische Supertalent hatte Djokovic in der dritten Runde der French Open in einem packenden Duell über fast fünf Stunden geschlagen.

Vor den Augen des 100-Meter-Weltrekordhalters Usain Bolt, der in der Royal Box saß, präsentierte sich Rinderknech von Beginn an auf Augenhöhe mit dem großen Favoriten. In den entscheidenden Situationen zog Djokovic aber mit seiner individuellen Klasse das Momentum auf seine Seite.

Scheinbar komfortabel auf Siegkurs, schlug sein französischer Gegner dann aber vor allem dank seines Aufschlagspiels zurück - mit sieben Assen ging der dritte Satz in nur 30 Minuten an Rinderknech. Doch im Gegensatz zur dritten Runde von Paris behielt Djokovic die Nerven.

Sinner zog derweil mit Nicola Pietrangeli gleich. Der erste italienische Grand-Slam-Sieger hatte vor ihm als einziger Spieler seines Landes fünfmal in der Runde der letzten 16 an der Church Road gestanden. Pietrangeli, Ikone seines Sports, war im Dezember im Alter von 92 Jahren gestorben. Sinner trifft nun auf Shintaro Mochizuki aus Japan.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid