Der "Lefty-Experte" hat wieder zugeschlagen: Alexander Zverev hat beim ATP-Turnier in Peking einen souveränen Start hingelegt - und einmal mehr seine Qualitäten in den Duellen mit Linkshändern ausgespielt. Der French-Open- und US-Open-Sieger setzte sich mit 7:6 (7:1), 6:4 gegen den Briten Cameron Norrie durch.
Zverev hat damit seit den French Open 2023 eine Bilanz von 47:1 gegen Linkshänder, seine einzige Niederlage erlitt er vergangenes Jahr in der zweiten Runde von Acapulco gegen den US-Amerikaner Learner Tien. Gegen Norrie hat er zudem eine makellose Bilanz von 9:0. Zuletzt hatte Zverev den in der Weltrangliste am höchsten platzierten Linkshänder klar geschlagen: Gegen Ben Shelton, inzwischen die Nummer 4 der Welt, gewann der Deutsche vor zwei Wochen das US-Open-Finale in vier Sätzen.
Noch viel wichtiger ist dieser Tage für Zverev, der nun auf den Chinesen Shang Juncheng trifft, aber der Blick auf die Weltrangliste. Zverev fehlten vor dem Turnierbeginn in der chinesischen Hauptstadt noch 1370 Punkte auf den Weltranglistenersten Jannik Sinner. Der Südtiroler konnte zudem zu seiner Titelverteidigung in Peking aufgrund von anhaltenden Knieproblemen nicht antreten und muss befürchten, dass sein Vorsprung weiter schmilzt.
Großes Ziel vor Augen
Zverev hat die Nummer eins des Rankings als ein weiteres großes Ziel in diesem Jahr ausgegeben. Die Chance des Hamburgers ist durchaus groß, zumal Sinner in den verbleibenden Saisonmonaten viele Punkte verteidigen muss. Aktuell ist noch nicht klar, ob der fünfmalige Grand-Slam-Sieger Sinner beim Masters in Shanghai (ab 7. Oktober) sein Comeback feiern wird.
"Ich denke, das ist ein Ziel für jeden", sagte Zverev bei seiner Pressekonferenz vor dem Turnier in Peking: "Ich glaube, zu Beginn der Saison haben alle erwartet, dass sich dieser Kampf zwischen Carlos und Jannik abspielen würde, daher freue ich mich sehr, dass ich nun Teil dieser Diskussion bin."
Sollte Sinner auch das Turnier in Shanghai nicht bestreiten können, werden ihm 550 Punkte abgezogen. In Peking hatte Sinner 2025 den Titel geholt, in Shanghai musste er in der zweiten Runde aufgeben. Zverev wiederum verlor in beiden Turnieren früh und hat nur 150 Punkte zu verteidigen. Sollte Zverev in Abwesenheit Sinners beide Events, sammelt er 1350 Punkte - und wäre am 18. Oktober erstmals die Nummer 1 der Welt.



