"Jede Sekunde genossen"

Zverev findet größte Worte für Publikum voller Superstars

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Alexander Zverev sammelt nicht nur Sympathiepunkte. (Foto: picture alliance / PA Images)
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10.07.2026 | 19:29 Uhr
Alexander Zverev hat in Wimbledon ein komplettes Tennis-Stadion gegen sich - und genießt es. Beim Halbfinalsieg des Deutschen tummeln sich zahlreiche Superstars auf den Rängen.

Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev ist im Wimbledon-Halbfinale gnadenlos: Der French-Open-Champion beendet das "Fery-Tale", das Märchen, das der Lokalmatador Arthur Fery in den Tagen zuvor auf dem Heiligen Rasen an der Church Road geschrieben hat, humorlos in drei Sätzen. Fery, der dank einer Wildcard ins Hauptfeld des bedeutendsten Tennisturniers der Welt gekommen war, hatte sich sensationell von Platz 114 der Weltrangliste in die Herzen seiner Landsleute gespielt.

Und das Volk wollte nicht, dass die wundervolle Geschichte des Engländers, der nur wenige Aufschläge vom Center Court entfernt aufwuchs, jemals endet - doch dann kam eben Zverev. Und brach den Briten - und einigen seiner berühmtesten Landsleute - das Herz. Doch der Deutsche fand hinterher große Worte für die Fans, die zuvor ihren Mann auf seiner nach dem knapp verlorenen ersten Satz aussichtslosen Mission frenetisch unterstützt hatten.

"Habe jede Sekunde genossen"

"Ja, ich weiß, dass 99,99 Prozent des Stadions Arthur den Sieg gewünscht haben, aber es war trotzdem eine so unglaubliche Atmosphäre, und das Publikum war auch so fair", sagte Zverev mit dem Blick auf die Ränge, auf denen unter anderem die Hollywood-Stars Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Rami Malek, Martin Freeman und Dustin Hofmann, sowie die ewige "Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour mitfieberten. "Ich habe jede Sekunde davon genossen. Und ich glaube, viele Stadien auf der Welt, viele Zuschauer auf der Welt können sich ein Beispiel an diesem Publikum nehmen. Für mich ist es eines der besten Publikums, vor dem man Tennis spielen kann."

Zuvor hatte Zverev seinen Gegner nach dessen größtem Erfolg seiner bisherigen Karriere in höchsten Tönen gelobt: "Arthur - ein unglaublicher Spieler. Ich glaube, er wird zu den Urgesteinen unserer Tour gehören, denn ich gehe davon aus, dass er noch mehr als 15 Jahre auf dieser Tour spielen und großartige Ergebnisse erzielen wird", sagte Zverev unter lautem Jubel über den 23-Jährigen, der in der am Montag erscheinenden neuen Weltrangliste einen gewaltigen Sprung unter die Top 40 machen wird. "Ich denke, das war erst der Anfang seiner Karriere, und ich glaube, er wird Erstaunliches für diesen Sport leisten." Im Viertelfinale hatte Fery völlig überraschend den French-Open-Finalisten Flavio Cobolli vor den Augen seiner begeisterten Landsleute in drei Sätzen zerlegt.

"Es ist erstaunlich"

Für Zverev dagegen geht die Reise in Wimbledon noch eine Runde weiter: Am Sonntag trifft der Hamburger, der in der Weltrangliste den pausierenden Carlos Alcaraz von Platz zwei verdrängen wird, im Endspiel auf den Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner, der Grand-Slam-Rekord-Champion Novak Djokovic beim 6:4, 6:4, 6:4 nicht den Hauch einer Chance ließ.

"Es wird nicht einfach, egal gegen wen ich spiele. Ich muss an mich glauben, dass ich gewinnen kann", sagte Zverev, der erst vor einem Monat bei den French Open den ersten Grand-Slam-Triumph seiner Karriere gefeiert hatte. "Es ist erstaunlich. Dieses Grand Slam war immer das, mit dem ich am meisten gekämpft habe. Und plötzlich bin ich im Finale von Wimbledon. Ich bin unglaublich glücklich und stolz." Im vergangenen Jahr war Zverev schon in der ersten Runde am Franzosen Arthur Rinderknech gescheitert.

Zverev ist der erste deutsche Mann im Finale des Rasenturniers seit Boris Beckers Niederlage gegen Pete Sampras 1995. Bei einem Erfolg wäre er der dritte deutsche Wimbledon-Sieger nach Becker und Michael Stich.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter