Wirtschaft

Aufruf an Gastgeber weltweit Airbnb bietet Afghanen kostenlos Unterkunft

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Helfer des US-Militärs gehen ins Passagierterminal des US-Luftwaffenstützpunkts Ramstein.

(Foto: picture alliance/dpa/U.S. Air Force via AP)

Die USA beziffern die Zahl der Flüchtlinge aus Afghanistan seit Machtergreifung der Taliban auf 50.000. Die Ferienwohnungsplattform Airbnb gibt ihren Vermietern weltweit die Möglichkeit, ihre Unterkünfte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auf der Airbase Ramstein schlafen die Vertriebenen derzeit in Zelten.

Das Portal Airbnb stellt vorübergehend kostenlose Unterkünfte für rund 20.000 afghanische Geflüchtete zur Verfügung. Die Situation der afghanischen Flüchtlinge in den USA und anderswo in der Welt sei "eine der größten humanitären Krisen" dieser Zeit, erklärte Airbnb-Chef Brian Chesky. Das Unternehmen fühle sich verantwortlich, mitzuhelfen.

Finanziert wird das Angebot demnach von der Airbnb-Führung selbst sowie durch Spenden. Airbnb werde für das Angebot bezahlen, dieses komme aber nur durch die "Großzügigkeit" der Gastgeberinnen und Gastgeber zustande, erklärte Chesky weiter. Auf Twitter bat er Interessierte, sich über die Plattform zu melden, wenn sie einer afghanischen Familie Unterschlupf anbieten möchten.

Das Übernachtungsportal bietet seinen Gastgebern bereits seit 2012 die Möglichkeit, ihre Unterkünfte für einen guten Zweck vorübergehend umsonst anzubieten, etwa bei Naturkatastrophen, der Flucht aus Konfliktgebieten oder auch während der Corona-Krise. Nach Angaben der US-Regierung flüchteten seit der Machtübernahme der Taliban bereits rund 50.000 ausländische und afghanische Bürger über den Flughafen von Kabul aus Afghanistan.

Mehr als 7000 Evakuierte aus Afghanistan sind inzwischen auf der Air Base im pfälzischen Ramstein gelandet. Der weltweit größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb Amerikas ist seit Freitagabend ein Drehkreuz für Flüchtlinge aus dem zentralasiatischen Land. "Bis heute Abend werden hier insgesamt rund 40 Maschinen aus Afghanistan angekommen sein", sagte eine Sprecherin des Stützpunkts am Vormittag.

Ramstein: 7000 Menschen übernachten in Zelten

Die Flüchtlinge wie etwa ehemalige Ortskräfte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den militant-islamistischen Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zunächst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt. Mehrere Hundert Schutzsuchende sind laut der Sprecherin von Ramstein bereits auf dem Luftweg weitergereist - vor allem in Richtung USA.

Auch in der US-Militäranlage "Rhein Ordnance Barracks" in Kaiserslautern und auf einem Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte im bayerischen Grafenwöhr sollten insgesamt rund 4000 Schutzsuchende aus Afghanistan vorübergehend untergebracht werden, wie ein Sprecher der US Army Europe bestätigt hatte.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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