Wirtschaft

Sparkurs bei "Bild" und "Welt" Axel Springer steht vor "hartem Einschnitt"

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Redaktionelle Inhalte sind nicht mehr Springers alleinige Toppriorität.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Medienhaus Axel Springer macht immer weniger Geld mit seinen Zeitungen. Stattdessen konzentriert sich der Konzern mit Erfolg auf Internetplattformen. Nach dem Einstieg des Investors KKR wird dieser Kurs verschärft: Unternehmenschef Döpfner kündigt drastisches Sparen in den Redaktionen an.

Nach der Übernahme des größten Aktienanteils durch den Finanzinvestor KKR steht das Medienunternehmen Axel Springer vor einem heftigen Sparkurs. "Das klingt nicht nur nach einem großen Schnitt, das ist einer", sagte Mathias Döpfner, Vorstandschef des Berliner Konzerns, der "Süddeutschen Zeitung". Demnach will der Konzern vor allem bei seinen redaktionellen Angeboten sparen.

"Wo digitales Wachstum gelingt, werden wir investieren und Mitarbeiter einstellen oder umlernen wo möglich. Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen." Das betreffe die "Welt", aber auch die "Bild"-Zeitung, die Druckereien und Zeitschriften. Döpfner fügte an: "Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen. Wir verschlanken die Hierarchien." In Summe werde man jedoch Arbeitsplätze aufbauen, so Döpfner.

Ebenfalls interviewt wurde in der "Süddeutschen" Friede Springer: "Wir bleiben ein journalistisches Haus", sagte die Witwe von Firmengründer Axel Springer. Demnach werde auch die Tageszeitung "Welt", die durch Auflagenrückgang und Verluste angeschlagen ist, aufrechterhalten. "Ich liebe die 'Welt'", sagte Springer. Diese würde auch als gedruckte Ausgabe fortgeführt: "Allein das Rascheln des Papiers – wunderbar", sagte sie. Vorstandschef Döpfner sagte, die "Welt" sei "ein essenzieller Teil von Axel Springer, auch wenn sie nicht zur Steigerung der Durchschnittsrendite des Hauses beiträgt".

Der US-Finanzinvestor KKR steigt für rund 2,9 Milliarden Euro bei den Berlinern ein und überflügelt damit als größter Aktionär sogar Verlegerwitwe Friede Springer. Die Beteiligungsfirma soll helfen, das von Springer geplante langfristige Wachstum zu finanzieren. Viele Beobachter erwarten, dass Springer nun noch stärker auf seine Kosten schaut. Die Belegschaftsvertreter hatten sich hier besorgt gezeigt und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gefordert.

KKR-Europachef Johannes Huth sagte der "Süddeutschen Zeitung" in dem Interview, man werde nun investieren und Übernahmen prüfen. "Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist", sagte er zu der Frage, ob er Interesse an Autoscout oder Ebay-Kleinanzeigen habe. Ferner kündigte Huth ein langfristiges Engagement bei Axel Springer an.

Quelle: n-tv.de, shu/rts

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