Wirtschaft

Neuer Großinvestor aus Italien Berlusconi steigt bei Prosieben ein

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Kehrt mit 82 zurück in die Politik: Silvio Berlusconi zieht für "Forza Italia" ins Europaparlament ein.

(Foto: imago images / Insidefoto)

Der Konzerngründer Berlusconi feiert seinen Einzug ins Europaparlament, sein Sohn kauft sich unterdessen im großen Stil in die deutsche TV-Landschaft ein: Der Mailänder Medienriese Mediaset kontrolliert künftig knapp zehn Prozent der Prosieben-Aktien.

Der italienische Medienkonzern Mediaset hat sich 9,6 Prozent der Anteile an dem deutschen TV-Sender Prosiebensat1 gesichert. Das bestätigte Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi. "Ziel dieser Allianz ist es, Skaleneffekte zu realisieren, die für die Zukunft des europäischen Fernsehens entscheidend sind", sagte Berlusconi. Mediaset sei "stolz darauf, in die Zukunft des frei empfangbaren europäischen Fernsehens zu investieren".

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Prominenter Name: Pier Silvio Berlusconi ist der Sohn des umstrittenen Mediasetgründers, Millliardärs und Ex-Regierungschefs Berlusconi.

(Foto: REUTERS)

Der Mediaset-Chef ist der Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der sich 1994 aus der Konzernführung zurückgezogen hatte. Die Aktie des im MDax notierten deutschen Medienunternehmens stieg nach Bekanntwerden des Einstiegs der Italiener deutlich an. Am frühen Morgen zog der Kurs zeitweise um rund 8,5 Prozent an. Bislang befanden sich noch 97,03 Prozent der Prosieben-Anteile im Streubesitz.

Mediaset ist nach eigenen Angaben der größte Anbieter für kommerzielles Fernsehen in Italien und Spanien. Hauptaktionär von Mediaset ist die Investmentgesellschaft Fininvest der Familie Berlusconi. Sie wird geführt von Silvio Berlusconis Tochter Marina.

Frontlinien der "kulturellen Identität"

Die Argumente, mit der die Italiener ihren Einstieg bei dem Münchner Medienkonzern begründen, dürften viele Beobachter in Deutschland aufmerken lassen. "Der schnelle Globalisierungsprozess, der das internationale Umfeld bestimmt, erfordert, dass europäische Medienunternehmen wie wir Kräfte vereinen", heißt es in der Mitteilung von Mediaset zum Aktieneinkauf. Vor dem "Hintergrund unserer europäischen kulturellen Identität" müsse Mediaset "im Wettbewerb mit globalen Schwergewichten punkten oder uns sogar eventueller Übergriffe widersetzen".

Mediaset-Gründer Silvio Berlusconi zählt zu den reichsten Italienern. Gestützt auf die Erfolge seines Firmenimperiums wechselte der 1936 geborene Mailänder in den 1990er Jahren in die Politik. Als Ministerpräsident Italiens stand er zuletzt bis 2011 zeitweise auch in Regierungsverantwortung des hoch verschuldeten Euro-Landes. Bei der Europawahl am vergangenen Sonntag trat Berlusconi als Kandidat der Forza Italia an. Die Partei aus dem Lager der Konservativen erzielte 8,8 Prozent der Stimmen.

Damit kann der 82-Jährige als gewählter EU-Abgeordneter in der Politik auf europäischer Ebene mitmischen. An der vorausgegangenen Parlamentswahl in Italien konnte der Milliardär zuvor nicht teilnehmen. Wegen eines 2013 verhängten Ämterverbots war er als rechtskräftig verurteilter Steuerbetrüger von dieser Wahl ausgeschlossen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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