Wirtschaft

Einsatz erst wieder im September Boeing-Kunde verschiebt 737-Max-Start

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American Airlines ist die Fluggesellschaft mit den zweitmeisten Boeing 737-Max-Maschinen in ihrer Flotte.

(Foto: imago images / Xinhua)

Das wichtigste Modell des US-Flugzeugbauers Boeing bleibt weiter weltweit am Boden. Großkunde American Airlines stellt sich auf lang anhaltende Probleme ein. Der Einsatztermin rückt weiter nach hinten. Für den Sommer bedeutet das massive Flugausfälle.

Die US-Fluggesellschaft American Airlines hat den nach zwei Abstürzen mit einem Startverbot belegten Flugzeugtyp Boeing 737 Max länger als bislang geplant aus ihrem Flugplan gestrichen. Die Fluggesellschaft sehe jetzt bis zum 3. September keinen Einsatz dieser Maschinen mehr vor, teilte die Fluggesellschaft mit. Bislang war der 19. August als Termin für die Wiederaufnahme des Regelflugbetriebs vorgesehen.

American Airlines
American Airlines 28,05

Die neue Planung trifft die drittgrößte US-Fluggesellschaft damit während des gesamten Sommerfluggeschäfts. Der Ausfall der Jets führt nach Angaben von American Airlines zu rund 115 Flugstreichungen am Tag. American Airlines hat 24 Maschinen des Typs in der Flotte und weitere 76 bestellt.

Piloten und Passagiere zweifeln

Nach dem Absturz zweier Maschinen der Reihe bei Lion Air und Ethiopian Airlines mit insgesamt 346 Toten müssen alle 737-Max-Jets seit Mitte März weltweit am Boden bleiben. Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA konnte bislang noch keine konkreten Angaben dazu abgeben, wann der Flieger wieder die Zulassung für den Passagierverkehr im US-Luftraum bekommt. Weitgehend unabhängig von der Überprüfung bei der FAA laufen ähnliche Verfahren bei den Aufsichtsbehörden in China, Europa und anderen Weltregionen.

Boeing
Boeing 372,43

Ernste Zweifel an der Sicherheit der eingesetzten Cockpit-Software haben den Ruf des Herstellers massiv beschädigt. Derzeit muss sich Boeing bemühen, nicht nur die Aufsichtsbehörden in den USA und im Rest der Welt von der Flugtüchtigkeit der Maschinen zu überzeugen, sondern auch das Vertrauen von Piloten, Passagieren und Fluggesellschaften wiederzugewinnen.

American Airlines glaubt an die 737 Max

Boeing hat nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen. Gestützt auf die bisher vorliegenden Ermittlungserkenntnisse gehen Experten davon aus, dass die Abstürze der beiden fraglichen Maschinen auf eine Verkettung von Fehlfunktionen und katastrophalen Entwurfsmängeln zurückgeführt werden muss. Die Ermittlungen dauern allerdings noch an.

Die FAA muss die von Boeing vorgeschlagenen Änderungen an der Cockpit-Steuerung noch zertifizieren, bevor die Maschinen wieder starten dürfen. Danach stehen dann noch die separaten Freigaben der Aufsichtsbehörden aus den übrigen Weltregionen an. American Airlines zeigte sich in der Mitteilung zuversichtlich, dass das Software-Update gemeinsam mit neuen Ausbildungselementen zu einer baldigen Wiederzulassung des Flugzeugtyps führen werde.

Mehr als 5000 Jets bestellt

Von den bislang verkauften 737-Max-Maschinen waren bis zum Absturz in Äthiopien bereits mehrere Dutzend weltweit im Einsatz. Insgesamt haben Airlines bei Boeing mehr als 5000 Exemplare dieses überarbeiteten Jet-Modells bestellt. Bis zum weltweiten Startverbot hatte die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines die meisten Flugzeuge der Boeing-737-Max-Reihe in den USA im Einsatz.

Southwest verfügte über 34 Boeing 737 Max 8. American Airlines liegt mit 24 Boeing 737-Max-8 an zweiter Stelle. Abweichungen gegenüber den Zahlen von Ende Januar ergeben sich aus nachträglich ausgelieferten Maschinen, die nach dem Startverbot im Passagierbetrieb noch an Boeing-Kunden ausgeliefert werden konnten. Für United Airlines flogen zuletzt 14 Maschinen vom größeren Typ Boeing 737 Max 9. Dieses Jet-Modell mit verlängertem Rumpf ist mit der gleichen Cockpit-Elektronik ausgestattet und damit ebenfalls von dem Flugverbot betroffen.

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Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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