Wirtschaft

Gasimporteur in Schieflage Bund übernimmt offenbar Gazprom-Tochter SEFE

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SEFE soll bereits in den letzten Monaten ein Milliardenkredit gewährt worden sein.

(Foto: IMAGO/Olaf Döring)

Nach der Verstaatlichung von Deutschlands größtem Gasimporteur Uniper will der Bund auch die frühere Gazprom-Tochter Germania in seinen Besitz nehmen. Zuvor hatte sich bereits angedeutet, dass die letzte Finanzspritze des Bundes nicht ausreichen könnte, um das Unternehmen vor der Pleite zu bewahren.

Die nächste Verstaatlichung eines in Schieflage geratenen Energieversorgers steht offenbar bevor. Nach der Uniper-Verstaatlichung soll nach Informationen des "Spiegels" die Securing Energy for Europe (SEFE) - ehemals Gazprom Germania - in den Besitz des Staates übergehen. Der Berliner Gasimporteur ist eine Gazprom-Tochter und steht bereits unter Treuhandschaft des Bundes. Der Einstieg des Bundes bei SEFE stehe "im Kontext der Rettung des Leipziger Gasimporteurs VNG", schreibt das Magazin.

SEFE ist unter anderem in den Bereichen Energiehandel, Gastransport und Betrieb von Gasspeichern tätig. Die Firma erhielt einen Kredit vom Bund in Höhe von 9,8 Milliarden Euro laut "Spiegel". Die Bundesnetzagentur hatte die Firma im März in Treuhänderschaft übernommen, um eine Schließung zu verhindern. Dass die finanziellen Mittel des Bundes nicht ausreichen, hatte sich bereits im August angedeutet.

SEFE-Treuhänder Egbert Laege sagte dem "Spiegel" damals, die Einkaufspreise seien "heute deutlich höher, als wir in unserer ursprünglichen Kalkulation angesetzt hatten". Die Versorgung zu sichern, werde daher "voraussichtlich mehr kosten als wir dachten. Wir müssen deshalb schauen, ob das Geld reicht oder nicht".

Ähnlich wie Uniper steht auch SEFE zur Debatte, an der Gasumlage zu partizipieren. Zunächst war geplant, dass zwölf Unternehmen profitieren sollten. Es stellte sich aber heraus, dass mehrere von ihnen hochprofitabel sind. Im Kern käme sie nun nur Uniper, VNG sowie SEFE zugute.

Am Mittwoch hatte das Bundeswirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass der wegen ausbleibender russischer Gaslieferungen schwer angeschlagene Uniper-Konzern verstaatlicht werden soll. Eine Ministeriumssprecherin erklärte auf AFP-Anfrage, innerhalb der Bundesregierung liefen Gespräche über die Zukunft von SEFE. Nähere Details könne sie aktuell nicht nennen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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