Wirtschaft

Nach 10 Jahren an der Spitze Bundesbankpräsident Weidmann tritt zurück

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Weidmann führt die Bundesbank seit 2011.

(Foto: dpa)

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Weidmann, legt sein Amt aus persönlichen Gründen nieder. Der 53-Jährige bittet Bundespräsident Steinmeier um seine Entlassung. Weidmann war der bislang jüngste Chef des Geldinstituts.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier um seine Entlassung gebeten. Das teilt die Bundesbank mit. Demnach bittet Weidmann darum, sein Amt zum 31. Dezember dieses Jahres niederlegen zu können. Die Entscheidung erfolge aus persönlichen Gründen. "Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass mehr als 10 Jahre ein gutes Zeitmaß sind, um ein neues Kapitel aufzuschlagen - für die Bundesbank, aber auch für mich persönlich", schreibt Weidmann in einem Brief an seine Mitarbeiter.

Der 53-Jährige steht seit Mai 2011 an der Spitze der deutschen Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Weidmann schreibt, die Aufgaben des Geldinstituts seien in den vergangenen Jahren gewachsen: "Die Finanzkrise, die Staatsschuldenkrise und zuletzt die Pandemie haben in Politik und Geldpolitik zu Entscheidungen geführt, die lange nachwirken werden." Ihm sei es dabei immer wichtig gewesen, "dass die klare, stabilitätsorientierte Stimme der Bundesbank deutlich hörbar bleibt".

Mit 43 Jahren war Weidmann der bislang jüngste Chef der Deutschen Bundesbank. Er hatte das Amt 2011 von Axel A. Weber inmitten der Eurokrise übernommen. Als Bundesbankpräsident ist er Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank.

In seinem Brief bedankt Weidmann sich bei seinen Mitarbeitern für die Zusammenarbeit. "Es war mir in all den Jahren eine Ehre und eine Herzensangelegenheit, die Institution Bundesbank - und damit auch Sie alle - zu vertreten und gemeinsam mit Ihnen die Positionen der Bank im Interesse einer stabilen Währung, eines stabilen Finanzsystems, stabiler Zahlungsverkehrssysteme und einer sicheren Bargeldversorgung zu gestalten", so Weidmann.

Finanzminister Olaf Scholz dankte Weidmann für ein außerordentliches Engagement in den vergangenen zehn Jahren. "Er hat nicht nur die Geldpolitik in Deutschland und Europa in dieser Zeit maßgeblich geprägt, sondern auch die Weiterentwicklung der internationalen Finanzmärkte vorangebracht", erklärte der SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler. "Jens Weidmann hat sich um unser Land sehr verdient gemacht", betonte er.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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