Wirtschaft

Boykott dauert an China lässt Dolce & Gabbana leiden

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Dolce & Gabbana hat in China ein Problem.

(Foto: He le - Imaginechina)

Misslungene Werbespots von Dolce & Gabbana sorgen in China für einen Shitstorm. Kaufhäuser und Online-Händler verbannen die Firma aus ihrem Sortiment. Auch Monate später sieht es nicht danach aus, dass sich daran bald etwas ändert.

Beleidigende Werbespots von Dolce & Gabbana und abfällige Äußerungen von einem der beiden Gründer über Chinesen kommen die Mode-Firma teuer zu stehen. Ende vergangenen Jahres hatte das Designerlabel in der Volksrepublik einen Shitstorm ausgelöst. Doch erst jetzt zeichnet sich ab, wie groß der angerichtete Schaden ist: Der Boykott auf einem der wichtigsten Mode-Märkte dauert an.

Zur Erinnerung: Im November veröffentlichte Dolce & Gabbana Werbe-Clips für eine anstehende Modenshow in Shanghai. Darin versucht eine Chinesin unbeholfen, Pizza, Nudeln und ein Canneloni-Dessert mit Stäbchen zu essen. Ein chinesischer Erzähler belehrt sie gönnerhaft aus dem Off. Als die junge Frau die dicke Canneloni vergeblich mit den Stäbchen anheben will, fragt die Männerstimme: "Ist sie zu groß für Dich?"

*Datenschutz

Von vielen Chinesen wurden die Spots als herablassend und überheblich wahrgenommen. Als die Kritik an den Clips lauter wurde, war die Antwort darauf alles andere als erwartet wurde: Auf dem Instagram-Account von Stefano Gabbana wurde China wüst beschimpft und als "Scheißland" bezeichnet. Illustriert wurde das mit einem Hundehaufen-Emoji. Außerdem war dort zu lesen, dass jeder wisse, dass "die Chinesen Hunde essen".

Die Reaktion darauf war verheerend. Dolce & Gabbana erklärte, der Account sei gehackt worden. Das wird nicht nur in China angezweifelt. Schließlich hat Gabbana Instagram in der Vergangenheit immer wieder benutzt, um auszuteilen. Unter anderem bezeichnete er US-Schauspielerin Selena Gomez als "hässlich" oder mokierte sich über das Aussehen des britischen Models Kate Moss. Derweil entschuldigte sich die Mailander Modefirma für die Spots und sagte die Show in Shanghai ab. Das chinesische Model aus den Videos bat ihre Landsleute um Verzeihung.

Wichtiger Markt

Das verhinderte allerdings nicht, dass die Marke in China boykottiert wurde. Der Bann ist noch nicht aufgehoben: Luxus-Kaufhäuser und Online-Händler, darunter die Giganten Alibaba und JD.com, haben Mode der Mailänder bisher nicht zurück ins Sortiment genommen. In den chinesischen Frühjahrsausgaben der führenden Modemagazine wie "Vogue" finden sich weder Berichte über Dolce & Gabbana noch Anzeigen der Mailänder Firma. Auch viele Mode-Blogger, Models und Influencer ignorieren die Marke. Und es sieht nicht danach aus, dass sich das bald ändert.

Das ist für Dolce & Gabbana ein erhebliches Problem, denn in dem Land mit seinen rund 1,4 Milliarden Einwohnern erzielten die Italiener bisher einen Großteil des Umsatzes. Genaue Zahlen veröffentlicht das Label nicht, doch Schätzungen gehen von rund 100 Millionen US-Dollar aus. Die Volksrepublik ist einer der größten und am schnellsten wachsenden Märkte für internationale Luxus-Label. Chinesen sind nach einer Studie der Beratung Bain & Company für ein Drittel der weltweiten Luxus-Einkäufe verantwortlich.

Der Schaden beschränkt sich jedoch nicht nur auf China. Wie das Finanznachrichtenportal "Bloomberg" berichtet, wagte weder bei den Golden Globes noch bei der Oscar-Verleihung ein A-Promi, Garderobe der Italiener zu tragen - aus Furcht, sich in China unbeliebt zu machen.

Quelle: n-tv.de