Wirtschaft

Auswirkungen des Coronavirus Chinas Börsen sacken drastisch ab

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Die wachstumsfördernden Maßnahmen der chinesischen Regierung können den Abwärtstrend an Chinas Börsen nicht stoppen.

(Foto: REUTERS)

Die Unsicherheit durch das sich weiter ausbreitende Coronavirus macht sich an Chinas Börsen in fallenden Kursen bemerkbar. Die Volksrepublik steuert zwar mit Wirtschaftsmaßnahmen entgegen, doch nach der Feiertagspause gehen Aktien auf breiter Front auf Talfahrt.

Am ersten Handelstag nach den Feiertagen zum asiatische Neujahrsfest sind die Börsen infolge der sich verschärfenden Auswirkungen des Coronavirus auf die chinesische Wirtschaft zeitweise massiv unter Druck geraten. Die Investoren fürchteten schwerwiegende Folgen der Virus-Epidemie, hieß es. Reihenweise trennten sich Anleger zunächst vor allem von riskanteren Vermögenswerten.

In Japan hielten sich die Verluste in vergleichsweise moderaten Grenzen: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,01 Prozent im Minus bei 22.971 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 0,7 Prozent nach auf 1673 Punkte. In Tokio hatte es vergangene Woche allerdings auch keine Feiertagspause gegeben.

Ganz anders sieht die Lage auf dem Festland aus: In der Volksrepublik China konnten Anleger feiertagsbedingt erst jetzt auf die Entwicklungen rund um das Wuhan-Virus reagieren. Die Börse in Shanghai fiel im Verlauf zeitweise um mehr als 8 Prozent ins Minus. Nach einem unsicheren Handelstag schloss der weltweit beachtete Index 7,72 Prozent tiefer bei knapp 2748 Zählern. Damit fielen die Kursverluste moderater aus als befürchtet.

Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 8,45 Prozent auf 9779 Punkte. Der sehr viel breiter gestreute MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans, der auch zahlreiche Titel aus nicht vom Virus betroffenen Regionen enthält, fiel um 0,6 Prozent.

Um eine Panik an den Handelshäusern abzuwenden, setzte die chinesische Regierung eine Reihe von Stützungsmaßnahmen in Kraft, einschließlich einer unerwarteten Senkung des Leitzinses. Zusätzlich pumpte die People's Bank of China (PBoC) insgesamt 1,2 Billionen Yuan (rund 173,81 Milliarden Dollar) in die Geldmärkte.

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Analysten hatten die Liquiditätsbewegung zu einem späteren Zeitpunkt erwartet, wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus deutlicher sind. "Es ist eine klare Botschaft, dass sie wachstumsfördernde Maßnahmen ergreifen und den Markt beruhigen wollen", sagte Mayank Mishra, Makrostratege bei der Standard Chartered Bank in Singapur. "Aber niemand weiß wirklich, wie viel schlimmer das werden wird."

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 108,51 Yen und legte 1,2 Prozent auf 7,0163 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9637 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1082 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0681 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,3 Prozent auf 1,3159 Dollar. 

Quelle: ntv.de, mba/rts