Wirtschaft
Die Rakete "Chongqing Liangjiang Star" ist neun Meter lang.
Die Rakete "Chongqing Liangjiang Star" ist neun Meter lang.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 17. Mai 2018

Konkurrenz zu US-Firmen: Chinesen testen erste private Rakete

In China bleibt die Raumfahrt lange Zeit staatlichen Forschungseinrichtungen und dem Militär vorbehalten. Seit 2014 dürfen auch private Firmen mitwirken. Nun schickt das erste Privatunternehmen eine Rakete ins All.

In China hat zum ersten Mal ein privates Raumfahrtunternehmen eine Rakete ins All geschossen. Das Pekinger Startup OneSpace startete die neun Meter lange Rakete "Chongqing Liangjiang Star" von einem Testgelände im Nordwesten des Landes. Die Rakete erreichte laut Unternehmen eine Höhe von 273 Kilometern und fiel dann zurück auf die Erde.

OneSpace ist eins von mehreren Dutzend privaten Raumfahrtunternehmen in China, die den großen US-Konkurrenten wie SpaceX und Blue Origin Konkurrenz machen wollen. Getestet wurde ein Modell der Raketenserie OS-X. OneSpace will bis 2020 insgesamt 20 Raketen der Serie bauen, die hundert Kilogramm schwere Ladungen in eine Höhe von 800 Kilometern über der Erde bringen sollen, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

OneSpace arbeitet zudem an Raketen vom Typ OS-M, die kleine Satelliten in eine Erdumlaufbahn bringen sollen. Sogenannte Mikrosatelliten sind teilweise nicht größer als ein Schuhkarton und werden etwa zur Wetterbeobachtung oder nach Naturkatastrophen eingesetzt.

Bis 2022 will China eine bemannte Raumstation

Das chinesische Raumfahrtprogramm wurde lange von staatlichen Forschungseinrichtungen und dem Militär dominiert. Erst seit 2014 dürfen auch Privatunternehmen Raketen entwickeln und starten.

Um gegenüber den USA, Europa und Russland aufzuholen, steckt die Volksrepublik Milliarden in ihr Raumfahrtprogramm. Ziel ist es, bis zum Jahr 2022 eine eigene bemannte Raumstation aufzubauen - in dem Jahr endet die Mission der Internationalen Raumstation (ISS). China will zudem etwa 2020 ein Raumschiff zum Mars schicken und einen Taikonauten zum Mond bringen.

Quelle: n-tv.de