Wirtschaft

Kreditausfälle und Niedrigzinsen Commerzbank bleibt unter Erwartungen

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Im zweiten Quartal verdiente die Commerzbank vor Steuern ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum.

(Foto: dpa)

Seit Jahren kämpft die Commerzbank mit sinkenden Einnahmen. Nun verdient sie erneut weniger, das anvisierte Gewinnziel wird dadurch "deutlich ambitionierter". Ungewöhnlich geringe Steuern spielen der Bank jedoch in die Karten.

Die Commerzbank hat wegen Kreditausfällen und den niedrigen Zinsen im zweiten Quartal vor Steuern weniger verdient. Das operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf 298 Millionen Euro, teilte das Geldhaus mit. Der Überschuss stagnierte dank ungewöhnlich niedriger Steuern bei 271 Millionen Euro. Das operative Ergebnis fiel schlechter aus als von Analysten erwartet.

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Für das laufende Jahr peilt Vorstandschef Martin Zielke zwar weiterhin einen etwas höheren Überschuss an als im Vorjahr. Dieses Ziel sei wegen der sich "spürbar eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Lage" und der unsicheren Situation in der Weltpolitik aber "deutlich ambitionierter" geworden. So musste die Bank im zweiten Quartal schon deutlich mehr Geld für faule Kredite zurücklegen als ein Jahr zuvor.

Fortschritte im Kundengeschäft

"Wir wachsen weiter und machen im Kundengeschäft deutliche Fortschritte", sagte Konzernchef Zielke. Netto 108.000 neue Kunden entschieden sich zuletzt für die Commerzbank-Gruppe. Darin sind auch Neukunden bei der Tochter Comdirekt enthalten. Insgesamt betreute das Geldhaus zur Jahresmitte 1,3 Millionen neue Kunden mehr als im Oktober 2016. Bis zum Jahresende sollen es 1,5 Millionen werden. "Trotz aller Erfolge ist aber klar: Die Herausforderungen für die Branche und für uns nehmen weiter zu", so Zielke.

Die Commerzbank kämpft seit Jahren mit sinkenden Einnahmen, im zweiten Quartal gingen die um Sondereffekte bereinigten Erträge auf knapp 2,1 Milliarden Euro zurück. Mehrere der für 2020 ausgegebenen Mittelfristziele hat das Geldhaus in den vergangenen Quartalen gekippt. Um gegenzusteuern, arbeitet die Bank aktuell an einer neuen Strategie, die sie im Herbst präsentieren will. Zielke machte klar, dass vermutlich weitere Investitionen nötig sind. "Genau das prüfen und bewerten wir im aktuellen Strategieprozess."

Quelle: n-tv.de, ftü/rts/DJ

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