Wirtschaft

Gefahr für den Aufschwung Delta-Sorgen setzen der Wall Street zu

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Ist Corona doch noch nicht besiegt? Die Ausbreitung der Delta-Variante sorgt bei Anlegern für Verunsicherung.

(Foto: AP)

In Europa und Asien geraten die Kurse am Donnerstag teils stark unter Druck. Der weltweiten Marktschwäche können sich auch die US-Börsen nicht entziehen. Wegen anhaltender Sorgen um die weltweite Konjunkturerholung infolge der Ausbreitung der Delta-Variante geht es für den Dow nach unten.

Das Wiederaufflackern der Coronavirus-Pandemie hat US-Anlegern Sorgen bereitet. Außerdem verunsicherte sie das harte Vorgehen der chinesischen Regierung gegen Technologiekonzerne. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Donnerstag 0,8 Prozent tiefer auf 34.421 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 14.559 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,9 Prozent auf 4320 Punkte ein.

Didi
Didi 7,96

Mit einem Kursminus von knapp sechs Prozent gehörte Didi erneut zu den Verlierern am US-Aktienmarkt. Die Regierung in Peking hatte die App des chinesischen Fahrdienst-Vermittlers wegen angeblich illegaler Sammlung von Nutzerdaten zum Download gesperrt. "Was mit Didi passiert ist, hat Anleger wirklich erschreckt", sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. Es sei völlig unklar, wie die Regulierung chinesischer Firmen mit einer Börsennotierung im Ausland aussehen werde. Insidern zufolge müssen sich Unternehmen derartige Pläne künftig von den Behörden absegnen lassen.

Alibaba
Alibaba 16,16

Die Titel der Online-Händler Alibaba und des Suchmaschinen-Betreibers Baidu, die ebenfalls ins Visier der Behörden geraten sind, büßten jeweils fast vier Prozent ein. So lange der Regulierungsdruck nicht eindeutig nachlasse, würden Anleger die Finger von chinesischen Werten lassen, prognostizierte Analystin Chelsey Tam vom Research-Haus Morningstar. Parallel dazu knöpft sich US-Präsident Joe Biden die Eisenbahnbranche vor. Einem Insider zufolge will er die Aufsichtsbehörde STB beauftragen, bestehende Monopole aufzubrechen und den Wettbewerb zu verbessern. Hierzu sollen Betreiber unter anderem gezwungen werden, ihre Schienennetze für Konkurrenten zu öffnen. Die Aktien von Kansas City Southern, CSX und Norfolk Southern fielen daraufhin um bis zu fast acht Prozent.

Sichere Häfen sind gefragt

Unabhängig davon warnte ein führender US-Notenbanker, dass die rasche Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus die Erholung der US-Wirtschaft beeinträchtigen könnte. Zusätzlich genährt wurden die Konjunktursorgen von der überraschend hohen Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe. Vor diesem Hintergrund nahmen einige Investoren Kurs auf "sichere Häfen" wie Staatsanleihen. Dies drückte die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen T-Bonds zeitweise auf ein Fünf-Monats-Tief von 1,25 Prozent.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 71,70

Am Devisenmarkt gab die Weltleitwährung ihre jüngsten Kursgewinne wieder ab. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um 0,3 Prozent. Die Protokolle der jüngsten Beratungen der US-Notenbank hätten die Einschätzung bekräftigt, dass es die Fed mit einer Straffung der Geldpolitik nicht eilig habe, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Abwärts ging es zunächst auch für den Ölpreis. Investoren rätselten weiterhin, wie sich die Fördermengen nach den geplatzten Verhandlungen der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, entwickeln, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Daher gingen sie lieber auf Nummer sicher und zögen sich zurück. Ein überraschend starker Rückgang der US-Rohölbestände hievte den Preis für die US-Sorte WTI bis zum Abend allerdings 1,3 Prozent ins Plus auf 73,11 Dollar je Barrel (159 Liter).

Quelle: ntv.de, ino/rts

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