Wirtschaft

Zahlen nach oben korrigiert Deutsche Telekom übertrifft Erwartungen

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Mehr Reisende, höhere Einnahmen: Die Deutsche Telekom profitiert von der entspannteren Corona-Lage.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Die Zeichen stehen auf Wachstum: Die Deutsche Telekom sagt ein gesamtjährliches Betriebsergebnis von über 37,2 Milliarden Euro voraus - mehr als zuvor angenommen. Damit schließt sich der Konzern Tochter T-Mobile US an.

Die Deutsche Telekom traut sich dank reger Geschäfte rund um den Globus erneut etwas mehr zu. Im Gesamtjahr werde nun mit einem bereinigten Betriebsergebnis ohne Leasingaufwendungen (Ebitda AL) von mehr als 37,2 Milliarden Euro gerechnet, teilte der Bonner Dax-Konzern mit. Das wäre ein Anstieg von 6,3 Prozent.

Bisher hatte Europas größter Telekomkonzern mehr als 37 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Mit der zweiten Prognoseanhebung in diesem Jahr folgt die Deutsche Telekom der US-Tochter T-Mobile US, die ihre Erwartungen Ende Juli erhöht hatte. T-Mobile US profitiert davon, dass die Integration des im vergangenen Jahr übernommenen kleineren Konkurrenten Sprint schneller voranschreitet als erwartet.

Ein großes Plus im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal legte das bereinigte Ebitda AL des Gesamtkonzerns um 1,1 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss sprang fast um 150 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Das große Plus ist hauptsächlich auf Sondereffekte durch den Kauf von Sprint im Vorjahreszeitraum zurückzuführen. Der Umsatz stieg von April bis Juni bereinigt um Konsolidierungseffekte und die Auswirkungen des schwächeren Dollar um 6,8 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro. "Das ist erneut ein großartiger Mannschaftserfolg", sagte Firmenchef Tim Höttges. Mit den Quartalszahlen übertraf die Deutsche Telekom die von ihr selbst ermittelten Prognosen von Analysten deutlich.

Seit mehreren Quartalen investiert die Deutsche Telekom stark in den teuren 5G-Netzaufbau und den Ausbau des Glasfasernetzes. Inzwischen beläuft sich die Zahl der Glasfaser-Anschlüsse in Deutschland auf 16,6 Millionen. Um den Aufbau voranzutreiben, ist die Telekom Insidern zufolge auf der Suche nach finanzstarken Partnern.

Das Problemkind wächst weiterhin nicht

Die wegen der besseren Lage in der Corona-Krise zunehmende Zahl an Reisenden bekam dem Deutschland- und dem Europageschäft gut. Beide profitierten von höheren Roaming-Einnahmen. Der Umsatz der Europasparte legte bereinigt um 4,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. Der wieder zunehmende Reiseverkehr hatte zuletzt auch Konkurrent Vodafone zurück auf den Wachstumspfad geholfen.

Problemkind bleibt die Großkundensparte T-Systems. Sie kommt mit ihrer langwierigen Neuaufstellung, die mit dem Abbau Tausender Stellen einhergeht, zwar voran, verzeichnet aber immer noch kein Wachstum. Der Umsatz ging um 5,5 Prozent zurück. Allerdings half die Ausrichtung auf die Cloud beim Auftragseingang, der um 25,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro stieg.

Offen bleibt, wie die Telekom mit ihrem Funkturmgeschäft oder der Niederlande-Sparte verfährt. Insidern zufolge wurden bereits Gebote für T-Mobile Netherlands abgegeben. Wie bei der Deutschen Funkturm hatte es bei T-Mobile Netherlands zuletzt geheißen, alle strategischen Optionen würden geprüft. Der Wert des Niederlande-Geschäfts wird mit vier bis fünf Milliarden Euro veranschlagt.

Quelle: ntv.de, law/rts

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