Wirtschaft

Gewinne aus Investments Deutsche scheffeln Milliarden im Ausland

11313481.jpg

Wie gewinnbringend sind Anlagen deutscher Unternehmen und Privatanleger im Ausland? Angaben dazu liefert der automatische Informationsaustausch von Finanzdaten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Deutsche Unternehmen und Anleger machen außerhalb der Bundesrepublik offenbar gute Gewinne: Laut Bundesfinanzministerium haben sie 2018 mindestens 236 Milliarden Euro an Erträgen aus ihrem Auslandsvermögen erwirtschaftet - und das vor allem in einem Nachbarland.

Investments im Ausland bescheren deutschen Unternehmen und Privatanlegern milliardenschwere Erträge: Mindestens 236 Milliarden Euro allein im Jahr 2018. Wie und wo Deutsche ihr Geld außerhalb der Bundesrepublik gewinnbringend anlegen, geht aus einem Informationsaustausch von Finanzdaten hervor, an dem sich viele Länder beteiligen. Doch für mehrere wichtige Staaten fehlen die Angaben.

Die Zahlen zum Auslandsvermögen der Deutschen gehen aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Darunter fallen Zins- und Dividendeneinnahmen sowie Verkaufserlöse. Die sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmal kräftig gestiegen: 2017 nahmen deutsche Anleger 180 Milliarden Euro ein.

Spitzenreiter sind mit weitem Abstand deutsche Vermögen in den Niederlanden, die mit allein 210 Milliarden Euro den größten Anteil an den Erträgen ausmachen. Die Angaben stammen aus dem automatischen Informationsaustausch von Finanzdaten, an dem sich viele Länder beteiligen. 2018 wurden mehr als fünf Millionen Datensätze von Deutschland zur Verfügung gestellt.

USA beteiligen sich nicht am Informationsaustausch

Sie sind Grundlage für die Besteuerung. Für wichtige Staaten wie die USA fehlen Angaben. Vor dem Austausch brachten viele Anleger ihr Vermögen im Ausland in Sicherheit. "Die im Ausland angehäuften Vermögenswerte sind beeindruckend", sagte der FDP-Finanzexperte Markus Herbrand dem "Spiegel". "Sie belegen, dass die Idee hinter dem automatischen Informationsaustausch richtig ist."

Gegenüber Dow Jones Newswires bekräftigte Herbrand, dass die angehäuften Zahlenkolonnen allerdings auch das grundsätzliche Problem des automatischen Informationsaustausches zeigten: "Die Suche nach den Stecknadeln wird umso schwieriger, je größer der Heuhaufen ist. Bislang führen die mangelnden digitalen Auswertungsfertigkeiten der deutschen Behörden vor allem dazu, dass Steuerhinterzieher trotz vermeintlich lückenlosem Datenaustausch munter weiter durchs Netz gehen."

Quelle: ntv.de, joh/DJ