Wirtschaft

Begehrte Beatmungsgeräte Drägerwerk warnt vor Engpass

Blick in eine Produktionshalle der

Blick in eine Produktionshalle der "Zukunftsfabrik" der Drägerwerk AG.

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Weltweit versuchen Regierungen, Krankenhäuser mit dringend notwendigen Beatmungsgeräten auszustatten. Dem Chef des Herstellers Drägerwerk macht vor allem die Situation in den USA Sorgen.

Der Medizintechnikkonzern Drägerwerk warnt vor einem globalen Engpass bei Beatmungsgeräten, die bei der Behandlung von schwerkranken Corona-Patienten eingesetzt werden. Die Nachfrage werde das Angebot übertreffen, sagte Unternehmenschef Stefan Dräger der "Financial Times". Die Situation sei vor allem in den USA besorgniserregend.

Das börsennotierte Familienunternehmen gehört weltweit zu den größten Herstellern von Beatmungsgeräten und produziert nach Angaben des Firmenchefs viermal so viele wie vor Ausbruch der Krise.

"Der Großteil der Produktionskapazität für diese Beatmungsgeräte findet sich in Europa, während das größte Problem offenbar in den USA liegt", so Dräger. "Das ist etwas, das mich beunruhigt." Zugleich warnte er davor, dass "die Lieferung neuer Geräte alleine nicht ausreicht, um das Problem schnell genug zu lösen."

"Mission Impossible"

In den vergangenen Wochen versuchen weltweit Regierungen und Unternehmen, so viele Geräte wie möglich zu bestellen und zu produzieren. In Deutschland gab es in den Krankenhäusern vor Ausbruch des Virus etwa 20.000 Beatmungsgeräte. Die Bundesregierung bestellte Mitte März rund 10.000 weitere Maschinen bei Drägerwerk, der größte Auftrag, den das Unternehmen je hatte.

Nach Angaben des Drägerwerk-Chefs kann die Produktion nur begrenzt hochgefahren werden, da sie von vielen über die Welt verteilten Zulieferern abhänge. "Sie können kein Baby in einem Monat bekommen, indem sie neun Frauen schwängern. Das ist eine Mission Impossible." Zugleich warnte er: "Diese Lieferketten dürfen unter keinen Umständen unterbrochen werden. Sollte das passieren, hat die ganze Welt ein Problem."

Quelle: ntv.de, jga