Wirtschaft

Lithium gegen Käse EU und Chile weiten Handel aus

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Lithium ist ein wichtiger Rohstoff für die Umstellung der Industrie auf mehr Klimafreundlichkeit.

(Foto: REUTERS)

Europa bemüht sich, seine Rohstoffe von mehr Lieferanten als bisher zu beziehen. So soll der Wegfall Russlands als Partner ausgeglichen und die Abhängigkeit von China reduziert werden. Im Kern geht es um Bodenschätze. Doch die Liste umfasst auch Milchprodukte und den Schutz geisteigen Eigentums.

Die EU und Chile wollen ihre Handelsbeziehungen ausbauen. Eine Vereinbarung sieht vor, dass Unternehmen aus der Staatengemeinschaft einen stärkeren Zugang zu Rohstoffen des südamerikanischen Landes bekommen. Dabei geht es vor allem um Lithium und Kupfer, die auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität wichtig sind. Die Partnerschaft umfasst auch Kooperationen in den Bereichen Justiz und Forschung. Die EU versucht nach dem russischen Angriff auf die Ukraine so schnell wie möglich unabhängiger von Energie und Rohstoffen aus Russland zu werden. Auch die starke Abhängigkeit von China soll korrigiert werden.

Global Lithium Index
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Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, sprach von einem wichtigen Signal. Es gebe unter anderem beim Schutz geistigen Eigentums Verbesserungen. Es helfe auch, die in Deutschland für die Mobilitätswende wichtige Lithiumversorgung abzusichern. Das deutsche Handelsvolumen mit Chile betrage derzeit knapp vier Milliarden Euro.

Mehr als 60 Prozent der Lithium-Importe der Europäischen Union kommen aus Chile. Das Land ist weltweit führend bei der Produktion von Kupfer und die Nummer zwei bei Lithium. Bei letzterem dominiert China aber mit fast zwei Drittel die Verarbeitung in Batteriematerialien.

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Das bisherige Handelsabkommen beider Partner wird noch einmal ausgeweitet. Seit 2003 gab es bei rund 96 Prozent der Produktarten schon Handelserleichterungen. Jetzt wird der Rest angegangen, mit Ausnahme von Zucker. Größere Mengen von chilenischem Geflügel sollen in die EU geliefert werden. Das gilt auch für weitere Fleischarten und Ölivenöl. Die EU kann im Gegenzug mehr Milchprodukte in dem Anden-Staat verkaufen, vor allem Käse. Liberalisierungen sind auch bei Dienstleistungen vorgesehen - etwa in den Bereichen Telekom und Finanzen.

Die Handelsaspekte der Einigung müssen vom Europäischen Parlament und den EU-Regierungen abgesegnet werden, bevor sie in Kraft treten könnten. Das dauert in der Regel einige Jahre.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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