Wirtschaft
Axel Hilpert vor Gericht.
Axel Hilpert vor Gericht.(Foto: imago stock&people)
Donnerstag, 09. August 2018

Millionenbetrug um Fördergelder: Ex-Luxus-Hotelier Hilpert stirbt in Haft

Mit dem Bau des Luxushotels Schwielowsee prellt Unternehmer Hilpert Brandenburgs Landesinvestitionsbank um Millionen Euro. Im vergangenen Februar wird der frühere DDR-Devisenbeschaffer zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Nun ist Hilpert tot.

Der einstige DDR-Devisenbeschaffer und in Brandenburg wegen Millionenbetrugs verurteilte Investor und Ex-Hotelier Axel Hilpert ist tot. Der 70-Jährige starb im offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Berlin-Hakenfelde. Ein Sprecher der Berliner Justizverwaltung erklärte, dass ein 70-jähriger Mann am Morgen tot in seinem Bett gefunden worden sei. Zur Identität des Toten machte der Sprecher keine Angaben.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Verstorbenen um Hilpert. Laut Sprecher wird derzeit davon ausgegangen, dass eine natürliche Todesursache vorliege. Gleichwohl sei wie in solchen Fällen üblich eine Obduktion angeordnet worden, um die genaue Todesursache zu ermitteln.

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte Hilpert im Februar 2017 im Zusammenhang mit dem Bau eines Luxusresorts bei Potsdam zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen Betrugs verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er mit einem undurchsichtigen Firmenkonstrukt die Baukosten für die Vier-Sterne-Hotelanlage Schwielowsee künstlich in die Höhe getrieben und die Brandenburger Investitionsbank ILB damit um 2,6 Millionen Euro Fördergelder betrogen hatte. Die 2005 eröffnete Hotel-Anlage am Schwielowsee, in der 2007 die G8-Finanzminister tagten, wird inzwischen von einer anderen Firma betrieben.

Im Schalck-Golodkowski-Imperium aktiv

Eine Revision Hilperts wies der Bundesgerichtshof im April 2018 zurück. Daraufhin musste der Unternehmer die Haftstrafe antreten. Er wäre frühestens am 20. Dezember 2019 aus dem Gefängnis entlassen worden.

Hilpert galt als schillernde Unternehmerfigur. Zu DDR-Zeiten war er Potsdamer Chefeinkäufer für Kunst und Antiquitäten im sogenannten Koko-Imperium des DDR-Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski. 1993 räumte er in einem Untersuchungsausschuss ein, 18 Jahre lang für die Stasi gearbeitet zu haben.

Nach der Wende betätigte sich Hilpert als Immobilienmakler und -entwickler. In dem Zusammenhang suchten auch Politiker und Prominente seine Nähe. 2011 wurde Hilpert in Untersuchungshaft genommen. Erst ein Jahr später kam er nach einer ersten Verurteilung im Zusammenhang mit Fördermitteln für das Hotel Schwielowsee auf Kaution frei. Auch damals ging er in Revision, das Verfahren endete dann 2017 mit der Verurteilung wegen Betrugs.

Quelle: n-tv.de