Wirtschaft

Wow, Elon Musk mischt auch mit Gamestop-Rebellen treiben Dogecoin-Kurs

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Ein Shiba ist das Symbol des Dogecoin.

(Foto: imago images/Addictive Stock)

Was haben eine Pornodarstellerin und Elon Musk gemeinsam? Sie haben beide über Dogecoin getwittert. Das alleine erklärt aber nicht, warum die Kryptowährung innerhalb von 24 Stunden ihren Wert verzehnfacht hat.

Wenn Anlegern schon beim Gedanken an Kryptowährungen gruselt, und sie wegen der Gamestop-Zockerei der vergangenen Tage Schnappatmung kriegen, sollten sie auf keinen Fall weiterlesen. Denn bei Dogecoin kommt beides zusammen. Nachdem eine bekannte Pornodarstellerin und Tausendsassa Elon Musk der Kryptowährung schon Anfang des Monats ein wenig auf die Sprünge geholfen hatten, ist ihr Kurs gestern explodiert und verzehnfachte sich kurzfristig sogar.

Dogecoin ist kein Superstar unter den Kryptowährungen, aber bei Insidern wohlbekannt. Sie entstand 2013, ursprünglich als spaßige Antwort auf den Hype von Bitcoin & Co. gedacht. Deshalb basieren Name und Symbol des Coins auch auf einem bekannten Meme, das im selben Jahr extrem populär wurde. Doge ist eine Abwandlung des englischen Worts dog für Hund. Doge-Memes zeigen Fotos eines Hundes der japanischen Rasse Shiba kombiniert mit einem Spruch, der oft die Überraschung des Tiers über einen bestimmten Sachverhalt ausdrückt. Daher beginnen sie oft mit "wow".

Obwohl als Parodie gedacht, ist Dogecoin eine "echte" Kryptowährung. Doch während Bitcoin beispielsweise auf 21 Millionen Münzen begrenzt ist und das Mining der Währung durch die Lösung komplexer mathematischer Aufgaben einen immer gewaltigeren Computing-Aufwand erfordert, ist Dogecoin weit weniger limitiert. So war schon zu Beginn die Anzahl der Coins auf 100 Milliarden begrenzt, bevor Gründer Jackson Palmer das Limit rund ein Jahr später komplett aufhob. Da aber pro Jahr nur eine gewisse Anzahl an Dogecoins erlaubt ist, nimmt die Inflationsrate im Laufe der Jahre ab, laut Wikipedia wird sie 2025 bei 3,4 Prozent liegen.

Nicht nur in der Pornobranche beliebt

Dogecoin ist also nicht nur Spaß, die Kryptowährung ist in gewisser Hinsicht auch alltagstauglich. Bisher diente sie vor allem dazu, Geld für Projekte einzusammeln, erst in jüngster Zeit bahnt sie sich den Weg in den Mainstream. Der bisher größte Erfolg dürfte kürzlich die Anerkennung als Zahlungsmittel auf der Porno-Plattform Pornhub gewesen sein.

Schon nach dem Jahreswechsel hatte Dogecoin einen ordentlichen Schub aus der Branche bekommen. Pornostar Angela White teilte ihren 1,3 Millionen Followern mit, sie halte die Kryptowährung schon seit 2014. Immerhin legte der Coin danach von rund 0,4 auf 1,3 Cent zu.

Doch Dogecoin hat einen noch viel potenteren Unterstützer, wobei dessen Motive - mal wieder - nicht ganz klar sind. Kurz vor Weinachten twitterte Elon Musk, "Ein Wort: Doge". Der Multi-Milliardär ist schon länger ein Fan von Kryptowährungen - vor allem von Bitcoin, aber er pusht auch immer mal wieder Dogecoin. Im vergangenen Sommer teilte er beispielsweise das Bild eines Dogcoin-Sandsturms der auf das globale Finanzsystem zurast. "Es ist unvermeidbar", schrieb er dazu.

Wichtiger als Musks kryptische Tweets waren im Juli 2020 aber wahrscheinlich Tiktok-Videos, die für den Kauf der Kryptowährung warben. Laut "Kryptoszene" gab es mehr als 10 Millionen Beiträge mit dem Hastag "Dogecoin". Immerhin verdoppelte sich der Kurs auf etwa 0,4 Cent.

Kurs verzehnfacht

Im Vergleich zu dem, was gestern abging, ist das aber gar nichts. Denn nachdem er längere Zeit um 0,8 Cent herumdümpelte, stieg der Dogecoin plötzlich wie eine Rakete fast senkrecht nach oben, bis er heute Morgen mit rund 8 Cent seinen Höchststand erreicht hatte. Der Kurs hatte sich also binnen 24 Stunden verzehnfacht. Was war geschehen?

Die Pornobranche hatte diesmal eher nicht die Finger im Spiel. Möglicherweise hat es mit einem weiteren Musk-Tweet zu tun. Der Hightech-Tycoon hatte zwar lediglich ein nachgemachtes Vogue-Cover gepostet, das "Dogue" betitelt ist und einen elegant gekleideten Hund zeigt. Aber obwohl es sich dabei um einen Windhund und keinen Shiba handelt, ging die große Mehrheit der mehr als 15.000 Kommentatoren davon aus, dass er auf Dogecoin anspielte.

Nach dem eher mäßigen Erfolg seiner bisherigen Push-Versuche dürfte dies aber kaum als Erklärung ausreichen. Vielleicht wusste Musk aber, was auf Reddit im Wallstreetbets-Forum vor sich ging. Die Vereinigung von Kleinanlegern hatte zuvor mächtig Staub aufgewirbelt, indem sie sich dazu verabredete, die Aktie der kriselnden Computerspiele-Kette Gamestops zu pushen. Sie machte damit Hedgefonds einen Strich durch die Rechnung, die auf fallende Kurse setzten. Und offenbar mischt die rebellische Community auch bei Dodgecoin mit.

Ein Milliardär kommt selten allein

Rund 6 Millionen Mitglieder hat Wallstreetbets bereits, mehr als 1,5 Millionen davon kamen erst in den vergangenen 48 Stunden hinzu. Zu ihnen gehört auch der chinesische Milliardär Justin Sun, Gründer der Kryptowährungs-Plattform Tron.

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Auch Elon Musk mischt wieder mit, nachdem er Wallstreetbets bereits bei Gamestop zur Seite stand. Einerseits twitterte er als Fortsetzung seines älteren Tweets, "Im Rückblick war es unvermeidbar". Andererseits likte er einen Beitrag eines einflussreichen Wallstreetbets-Mitglieds, das sich WSBChairman nennt. Gestern schrieb dieser, am Dienstag habe er noch 12.000 Follower gehabt, nachdem Elon Musk seinen Tweet gelikt hatte, seien es 600.000 geworden. Aktuell hat er bereits fast 800.000.

Der Tweet, auf den er anspielt, könnte die scheinbar harmlose Frage gewesen sein, ob Dogecoin schon mal bei einem Dollar gewesen sei. Davon ist die Kryptowährung noch sehr weit entfernt, nach dem Höhepunkt sank ihr Kurs wieder und bewegt sich jetzt um die 4 Cent herum. Offenbar wissen auch rebellische Kleinanleger ihre Gewinne mitzunehmen.

Quelle: ntv.de

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