Wirtschaft

Onlinebroker in der Kritik Robinhood wollte Anleger nur "schützen"

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Vlad Tenev hat die Handelsbeschränkungen bei Robinhood wieder aufheben lassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Onlinebroker Robinhood sieht sich in Erklärungsnot. Nachdem bekannt wurde, dass die Wertpapierhandel-App den Verkauf der Gamestop-Aktie einschränkt, erklärt Robinhood-Chef Vlad Tenev jetzt: Das Unternehmen habe nur seine Kunden schützen wollen.

Nachdem der Online-Broker Robinhood sich dazu entschieden hat, den Aktienkauf von Gamestop und zwölf weiteren Aktien vorübergehend zu verbieten, übt sich Robinhood-Chef Vlad Tenev jetzt in Schadensbegrenzung. "Wir mussten unsere Firma und unsere Kunden schützen", sagt Tenev dem US-Börsensender CNBC. "Es schmerze ihn, dass Robinhood diese Einschränkungen durchsetzen musste. Er verteidigte das Vorgehen, indem er sagte, dass der Online-Broker immer für "alltägliche Investoren offen ist und ihnen die Möglichkeit gibt, provisionsfrei zu handeln, was immer sie wollen".

Auf die Frage, ob Tenev glaube, dass die Gamestop-Aktie "von der Realität abgekoppelt ist" antwortete er: "Ich denke, die Leute müssen informiert werden. Sie müssen aufgeklärt werden. Ich glaube, dass der Zugang eine sehr mächtige Sache ist. Je mehr einzelne Investoren Zugang zu den Märkten haben, desto besser wird es uns gehen."

Der Wertpapierhandel-App wird vorgeworfen, sie habe den Handel nur eingeschränkt, um wohlhabende Investoren und Hedgefonds auf Kosten von Kleinanlegern zu schützen. Seit Mitte Januar steigen Kleinanleger bei Gamestop ein und haben dafür gesorgt, dass sich dessen Börsenwert um das 17-fache erhöhte. Die Anleger duellieren sich mit professionellen Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten und für die deswegen Milliarden auf dem Spiel stehen dürften. Allein in dieser Woche hat das den Gamestop-Kurs von 75 auf zeitweise 380 Dollar nach oben getrieben.

Gamestop Corporation
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Die Systeme von Online-Brokern sind wegen des hohen Handelsvolumens zuletzt an ihre Grenzen gekommen. Dass Robinhood mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen hat, wies Tenev gegenüber CNBC zurück. Das Startup habe Kapitalvorgaben der Börsenaufsicht SEC und Einlagen bei Clearinghäusern, die je nach Marktumfeld variieren können. "Einige dieser Anforderungen schwanken je nach Volatilität der Märkte und können im aktuellen Umfeld erheblich sein."

Nach dem Sturm der Empörung und ersten Klagen von Anlegern, die sich um Kursgewinne gebracht sehen, kündigte Robinhood an, die Handelsbeschränkungen für die Wertpapiere wieder zu lockern. Die Aktien von Gamestop stiegen daraufhin im nachbörslichen Handel um über 70 Prozent. Auch die Papiere anderer Unternehmen wie etwa des Smartphone-Pioniers Blackberry, für die ebenfalls Einschränkungen galten, legten kräftig zu.

Quelle: ntv.de, jki

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